Gemeindeleben 2020

Damit die Dinge nicht verloren gehen …
Auf dieser Seite haben wir eine Auswahl der Ereignisse aus unserem Gemeindeleben in Wort und Bild festgehalten.
Ereignisse, die auf kirche-wohltorf.de angekündigt waren: Zur Erinnerung.
Und als Beispiele für die vielen kleinen und größeren Aktivitäten, die ein lebendiges Gemeindeleben ausmachen.


Kammerton W Teil 4


Die „Jugendkantorei“

Die Jugendkantorei ist donnerstags meine letzte Probe. Aber wie heißt es schon in der Bibel: „Die Letzten werden die Ersten sein“. Oder, etwas profaner: „Das Beste kommt immer zum Schluss“. In diesem Fall trifft das ganz eindeutig zu! Ob es an der langen Verbundenheit der Jugendlichen untereinander und zu mir liegt? Schließlich singen die meisten schon fast oder über zehn Jahre hier in Wohltorf zusammen. Also aus jugendlicher Perspektive eigentlich „schon immer“. Nele (17): „Ich habe mit vier Jahren angefangen, im Chor zu singen. Das sind jetzt fast vierzehn Jahre.“ Aber auch „Quereinsteiger“ wie Antonia (13) werden „sehr freundlich aufgenommen“ und sind nach kurzer Zeit in die Gruppe integriert. Jedenfalls staune ich immer wieder aufs Neue, mit welcher Selbstverständlichkeit die Jugendlichen auch die schwersten Stücke „wegputzen“. Wenn ich dies Staunen zuweilen enthusiastisch äußere, sehen mich die Jukas fast ein bisschen vorwurfsvoll an: Ist doch normal… Aber Lob freut einen ja doch. Auch mich, als ein von mir geschätzter Kollege einen Probenmitschnitt eines Jukakonzertes per Whatsapp versandte und kommentiere: „Die sind wirklich gut“.

 

Um 19 Uhr treffen die Mädchen und Jungs, z.T. direkt nach zwei Stunden Konfi-Unterricht, bei mir im Probenraum in der Kirche ein. Die Frage, wer „oben“ sitzen darf, stellt sich schon lange nicht mehr. Ohnehin hat inzwischen jeder seinen Stammplatz. Der Übergang vom Schnacken zum konzentrierten Proben fällt nicht schwer. Dafür sind wir ja hier. Singen, singen, singen. Witze werden natürlich gemacht, Würze des Lebens. Aber sie laufen nicht aus dem Ruder, alles ganz entspannt. Frerik (17) erinnert sich: „Ich fand es dort immer mit den ganzen Leuten witzig. Tolle Gemeinschaft. Frau Wiese gehörte da immer zur Gruppe dazu und war nicht nur ein Lehrer.“

 

Was wir so singen? Zum Beispiel www.worldwide.weihnachten – mehrstimmige internationale Weihnachtslieder, mit denen wir auch schon mal in den Michel nach Hamburg gebeten werden. Koreanisch? Warum nicht? Ganz alt? Ganz modern? Immer her damit! Und regelmäßig auch die große Literatur der Kirchenmusik: Die Oratorien von Haydn, Bernstein, Bach, viel Bach! Quer durch die Jahrhunderte, gemeinsam mit der Kantorei. Auch das ist musikalische Bildung, generationsverbindend und zugleich ein fürs Leben erworbenes Gut. Emily (17) ist seit 12 Jahren beim Chor…  „weil das Miteinander etwas ganz Besonderes ist. Egal, wie unterschiedlich die Menschen sind, egal ob jung oder alt, beim Chor verbindet uns alle die Leidenschaft zum Singen. Mit dem Chor verbinde ich auch Freundschaften. Man lernt immer neue Leute kennen und kann sich über gleiche Interessen austauschen.“ Die Freude, Teil eines Ganzen zu sein, spricht auch aus den Worten von Anna (19): „Ich kann mich genau erinnern, wie wahnsinnig toll ich es fand, als unsere erprobten Stimmen zusammengesetzt wurden und zu einem wunderschönen Stück wurden. Ich hatte das Gefühl, Teil von etwas unglaublich Tollem zu sein.“

 

Die Erinnerungen an die Zeit in der Kinder- und Jugendkantorei tragen manche Früchte. Sicher werden die meisten noch oder irgendwann wieder in einem Chor singen, wenn sie längst aus Wohltorf weggezogen sind. Eine Mutter berichtet: „Ich habe nun drei Kinder bei Andrea Wiese im Chor gehabt. Unser Jüngster ist noch aktiv. Die Älteren sind bereits nicht mehr zu Hause und das größte Problem, aus Hamburg wegzugehen, war nicht die fehlende Familie, sondern, dass sie nicht mehr zum Chor gehen können.“ Einige machen sogar die Musik, oder auch die Theologie, zu ihrem Beruf. Für das erste September-Wochenende hatte ich die älteren Jahrgänge der ehemaligen Juka-Sänger zu einem großen Treffen eingeladen. Zum „in-Erinnerungen-Schwelgen“ und zum Berichten, wohin die Wege geführt haben und, natürlich, zum Singen im großen Chor aus Aktiven und Ehemaligen. So war der Plan… und dann kam Corona…

 

Neulich im Radio hörte ich, der Donnerstagabend sei „das kleine Wochenende“, ein Moment der Entspannung in Aussicht auf das bald eintreffende Wochenende. So fühlt es sich auch bei und nach der Juka-Probe an. Wer jetzt noch dabei ist, liebt es zu singen. So wie Marten (13): „Man lernt dort viel über Musik, Singen bringt einfach Spaß und ich liebe die Auftritte!“ Louisa (13): „Singen ist meine Leidenschaft! Im Chor erlebe ich Gemeinschaft und Zusammenhalt.“ Und Emma (14): „Der Chor ist für mich etwas ganz Besonderes, wo ich meine ganze Wut, Trauer oder Freude, die sich über den Tag gesammelt hat, heraussingen kann.“

 

Auch das trägt die Proben. Das verbindet uns. Fröhlich trällernd, manchmal auch schmetternd, verlassen alle den Probenraum in der Wohltorfer Kirche. Bis zur nächsten Woche…!

Foto©  WohltorferKirchenmusik



Kammerton W Teil 3


Die „Kurrende“

Die Zeit geht ins Land, die Kinder werden älter. Es ist schön für mich, sie dabei als ihre Chorleiterin zu begleiten. Mit dem Wechsel in die weiterführenden Schulen endet auch ihre Zeit in der „Kinderkantorei“: Aufstieg in die „Kurrende“… komischer Name…egal… neuer Chorpulli, grau statt rot.

In der „Kurrende“ singen die Jugendlichen der 5. und 6. Klassen. Den Begriff gibt es seit der Reformationszeit, in der protestantische Schulchöre von Haus zu Haus zogen (lat. currere = umherlaufen), dort ein Ständchen gaben und so den Lebensunterhalt für begabte, aber finanziell arme Schüler ersangen. In meiner Heimat Celle gibt es eine ähnliche Tradition, allerdings mit meist zweifelhaftem Hörgenuss für die Beschäftigten der Geschäfte in der Innenstadt, die die Darbietung der umher laufenden Kindergruppen mit Süßigkeiten entlohnen: Das „Mattenherrn-Singen“ am 10. November. Im Kern geht auch diese Form des „Martinssingens“ auf Martin Luther zurück, der selbst ein Kurrendesänger war! So kann man auf der einschlägigen Internetseite dies Luther-Zitat nachlesen:

„Verzagt nicht, ihr guten Gesellen, da ihr jetzt in die Kurrende geht; manchen unter euch ist ein Glück beschert, daran ihr jetzt nicht gedenket, allein seid fromm und fleißig“.

Das dürfte den Wohltorfer Jugendlichen heutzutage recht fremd vorkommen. Schon eher unterschreiben würden sie vermutlich die sachliche lexikalische Definition: „Freiwilliger Jugendchor der evangelischen Kirche“.  

Lässig schlendern die Jungen und Mädchen der Kurrende in den Probenraum. Donnerstags am frühen Abend, ich habe dann schon 2-3 Chorproben hinter mir. Auch die Jugendlichen sind etwas müde. Ein anstrengender Schultag, Sport, Hausaufgaben… all das liegt hinter ihnen, manchmal auch noch vor ihnen. Da fällt der „Chorsängersitz“, den ich von allen beim Einsingen fordere, schon schwer. Also gut, los geht’s… und siehe da: Nach einiger Zeit weicht die Müdigkeit bei Chor und Chorleiterin. Das Singen erfrischt, die Gemeinschaft mit gleichgesinnten Freuden tut gut.

Überhaupt: Freunde sind gerade in der Kurrende wichtig, vielleicht sogar das Wichtigste an allem. Das Team zählt, gemeinsam ist man stark. Joshua (11): „Ich finde es toll, gemeinsam zu singen, es macht Spaß und hinterher habe ich immer gute Laune. Wir hatten unsere Chorproben, während wir in der Kinderkantorei waren, als Jungsgruppe zusammen mit meinen Freunden. Wir haben Frau Wiese bestimmt viel Spaß gemacht :)“. Musikalisch wächst die Qualität, und mein Anspruch an dieselbe. Vielleicht zuweilen stärker als der der Jugendlichen. War das Motto in der Kika noch „Nie überfordern“, heißt es jetzt „Nie unterfordern“. Denn letztlich möchte doch (fast) jeder vorankommen, besser werden, Ziele erreichen. Und das machen wir in der Kurrende. Fragt man die Jugendlichen nach besonderen Chorerlebnissen, werden oft die groß besetzten und ausgiebig vorbereiteten Konzerte genannt. Camilla (12) erinnert sich noch gerne an ihren ersten Auftritt beim Grundschulprojekt „Singen! Klasse!“.  Gemeinsam mit 120 Kindern sang sie auf dem siebenreihigen Chorpodest der Kantorei in unserer Kirche. Auch Juliane (13) kam durch dies Konzert zum Chor: „Die Aufführung hat so viel Spaß gemacht, dass ich unbedingt auch in den Chor wollte.“ Erfolg, auch auswärts, spornt an. Justus (11): „Wir haben schon im Ratzeburger Dom gesungen!“; Dorothee (12) hat der Weihnachtsauftritt im vollbesetzten Hamburger Michel besonders beeindruckt.

Im Mittelpunkt der Arbeit steht neben der Stimmbildung das Ziel „Mehrstimmigkeit“. Und natürlich die saubere Intonation, das genaueste Treffen der Töne. Bei den meisten ist das durch in dem Alter schon jahrelange Singen bereits in Fleisch und Blut (oder auch Lunge und Lippen) übergegangen.

Begeisterungsstürme sind in dem Alter, in dem die Kurrende-Jugendlichen sind, eher selten. Musicals, ja, die sind schon ok… Da wird auch das eine oder andere anstrengende Konzert in Kauf genommen, für das man so gar nicht angesagte Musik oft und intensiv proben muss. Dass diese Musik (das letzte Konzertprogramm bestand u.a. aus dreistimmigen Mendelssohn-Motetten) dann, jedenfalls für die Jugendlichen selber und insgeheim, doch zumindest etwas angesagter wird, freut mich besonders. Schöne Melodien gibt es eben in jeder Musikrichtung. Popmusik, der Soundtrack von Harry Potter und beim Chor Bach und Telemann – na klar, warum nicht? Das Leben ist bunt, Musik allemal.

Im Alltag der Kurrende-Jugendlichen spielt jetzt die Schule eine immer größere Rolle. Kann ich wirklich auf Chorfreizeit mitfahren? Oder liegen in der nächsten Woche wichtige Tests? Ein Referat steht an? Da muss Chor für mich heute leider ausfallen. – Umso größer ist meine Dankbarkeit für jedes Kurrende-Mitglied, das trotz dichtem Terminkalender weiter dabei bleibt, dran bleibt. Ein Schatz fürs Leben ist ihm sicher.

Foto©  WohltorferKirchenmusik



Montag, 01.06.2020: Gospel – Projekt


Gospel – Projekt im Gottesdienst
mit dem Motto
„Father, Son and Holy Spirit“
Das Gospelprojekt muß abgesagt werden

Aus Gründen des Versammlungsverbot wegen der Coronakrise muß das gesamte Projekt abgesagt werden.

Im Juni (14.6.2020) wird in der Heilig-Geist-Kirche, Wohltorf ein Gospel-Projekt-Gottesdienst unter dem musikalischen Motto „Father, Son and Holy Spirit“ gefeiert. Mit dabei sind der Gospelchor Wohltorf und Projektsängern unter der Leitung von Thomas Faßnacht. Die Projektproben starten Ende April (wenn die allgemeine Gesundheitslage es zulässt) und finden statt mittwochs am 29.4./13.5./27.5. und 10.6. jeweils 19.30-21.30 Uhr im Gemeindesaal auf dem Kirchberg.
Weitere Infos bei Thomas Faßnacht (Tel.: 040 767 54593)
Komme einfach, wer Spaß am Singen hat!
Foto © Thomas Fassnacht



Kammerton W Teil 2


Die „Kinderkantorei“

Wenn die Zwika-Kinder (Wohltorfer Chorkinder im Alter von 4-6 Jahren, vorgestellt in der Mai-Ausgabe) in die Schule kommen, beginnt auch im Chorleben ein neuer Abschnitt: Sie steigen in die Kinderkantorei auf, die „Kika“. Damit erhalten sie zwei Insignien: den roten Chorpulli, und – allerdings erst als 2. Klässler – die eigene Chormappe, die bei Auftritten in Gottesdienst und Konzerten mit Noten befüllt wird und in die, was noch viel wichtiger ist, nach dem Auftritt als Trophäe ein Sticker geklebt wird. Jedem Auftritt ist ein anderer Sticker zugeordnet, so kann man hinterher vergleichen, wer welchen hat oder eben nicht hat und wer die meisten einheimsen konnte.

Da die meisten Kika-Kinder nun mit zunehmendem Alter auch alleine zum Chor kommen und manchmal auch etwas früher eintreffen, hat sich schon seit Beginn meiner Amtszeit hier in Wohltorf eine schöne Gepflogenheit ergeben: Auf den Tischen im Probenraum stehen immer eine große Kiste mit Stiften und Papier bereit, so dass viele Kinder sich gerne die Wartezeit damit vertreiben, ein Bild zu malen. Besonders schöne Exemplare werden an die riesige Pinnwand im Probenraum gehängt, die inzwischen voll von Chorkinder-Bildern der letzten Jahre ist. Ursprünglich war sie von Pastor Zschau angebracht worden, um ein dahinter liegendes Wandgemälde aus Pietät nicht übermalen, es aber andererseits auch nicht ansehen zu müssen. Nun zeugt sie, bilderbestückt, von der Kreativität der Kinder und lädt zuhörende Eltern und müde Chorkinder zum Träumen ein. Auch praktische Fragen tauchen zuweilen auf: „Wer hat die alle gemalt?“ oder „Wie kommst du da oben dran?“. Bei einer Raum- und Pinnwandhöhe von über 3 m keine unberechtigte Frage. „Wusstest Du nicht, dass ich fliegen kann?“ – Je jünger die Kinder, umso länger dauert der kurze Moment des Überlegens, ob das vielleicht stimmen könnte. Ein lächelnder Blick in die Augen klärt alles auf.

Zu Beginn jeder Kika-Probe müssen unbedingt folgende Fragen geklärt werden: Wer darf a) die Solostrophen des Eingangsliedes singen und b) mindestens ebenso wichtig: Wer darf welches „Push-Dur“ verteilen? Die Mutter von Larina (7) schreibt dazu: „Wenn ich Larina und ihre Freundin Josephine abhole, singen beide meistens noch die ganze Rückfahrt zusammen. Dabei riecht es dann im Auto nach Pullmoll. Es ist ein wichtiges Ritual für sie, am Ende der Chorstunde ein Bonbon aussuchen zu dürfen.“

Der Probenablauf entspricht dem der Zwika. Natürlich mit umfangreicheren Einsingübungen, und anderen Liedern und Spielen. Gemäßigte Beifallsstürme, sei es drum, erringen die Einheiten eines von mir zusammengestellten Notenkurses, in dem die Kinder in verschiedenen Lektionen Notenschrift und Vom-Blatt-Singen erlernen. Spätestens als Erwachsener, der dann Noten absingen kann wie andere Leute aus der Zeitung vorlesen, erkennt man den Nutzen solchen Unterrichts.
Besonders für mich als Chorleiterin ist immer der Moment, wenn eine Gruppe zum ersten Mal zweistimmig, später dann sogar drei- , ausbaubar bis zu achtstimmig im Kanon singen kann! Stimme halten will gelernt sein.

Viele unterschiedliche Kinder singen zusammen, mit über fünfzig Grundschulkindern ist die Kika eine große Gemeinschaft. Julius (8) ist besonders sportlich: „Mein Lieblingslied ist „Laudato si“, weil man es schön schnell singen kann. (…) Ganz viele aus meiner Klasse singen mit mir im Chor. Meine Schwester, Cousins und Cousinen haben auch schon im Wohltorfer Chor gesungen. Das gehört einfach in Wohltorf dazu.“

Manchmal geht die Kika auch auf Reisen: dann kommen Kuscheltier und Federmappe in den Koffer, die Begleiteltern verstauen Koffer und Kinder in ihre Autos und los geht’s… meist Richtung Küste. Auf dem Programm dieser Wochenendfreizeiten stehen natürlich ganz viel Singen, aber auch gemeinsam gestaltete Freizeit, sportlich oder kreativ, manchmal auch nur chillig, und vor allem und immer: der Türschildwettbewerb. Damit jeder sieht, wer in welchem Zimmer wohnt und wie die so ticken. Da entstehen tolle Bilder und die Jury steht verzweifelt vor der Frage: Wie sollen wir das überhaupt bewerten?! Trotz zuweilen enttäuschter Gesichter bei der Preisverleihung ist auch den Kindern klar, dass Geschmäcker verschieden und nicht nur beliebte und prämierte Bilder gute Bilder sind. Dass jedes Bild seinen speziellen Reiz, seine Unverkennbarkeit hat. Gut zu wissen.

Die Chorfahrten werden, wenn überhaupt, nur von den ersten szenischen Aufführungen getoppt. Myria (10) mochte z.B. besonders die Proben und Aufführungen des „Wohltorf!-Musicals“. Verkleiden ist einfach klasse! Und erste kleine Solorollen sind aufregend! Manches Kind entdeckt dabei seine Leidenschaft fürs Schauspiel… und kann die dann später in den großen Musical-Projekten der Wohltorfer Kurrende ausleben. „Kurrende“ – was ist das? Davon mehr in der nächsten Ausgabe des „Sachsenwalders“.

Foto©  WohltorferKirchenmusik



Kammerton W Teil 1


Die „Zwitscherkantorei“

 
Wichtel-Tanz beim Seniorennachmittag

Gehe ich dienstags kurz nach vier von meiner Wohnung Richtung Kirche, warten dort meist schon etliche Kinder mit Ihren Müttern, Vätern oder Kindermädchen. Einige stehen verträumt an Mamas Seite, andere laufen mir freudig entgegen, und oft tönt es auch über meinem Kopf: „Hallo! Frau Wiiiiiiese!“ Das sind dann die Kinder im Kletterbaum, der auf dem Kirchenvorplatz schräg gegenüber der Kircheneingangstür steht.

Die „Zwitscherkantorei“ (Zwika) mit zur Zeit 22 Kindergartenkindern von 4-6 Jahren ist in meiner Chorwoche die erste Gruppe. Was für ein beglückender Beginn! Nach unserer Begrüßung mit dem bei uns schon seit vielen Jahren üblichen „Chorgruß“ (Ellbogen an Ellbogen) geht es dann gemeinsam nach oben in die Kirche, in unseren Probenraum mit dem Chorpodest, auf dem auch die Kinder in der zweiten Reihe gut sehen (und von mir gesehen werden!). Alte Gemäuer – junges Leben! Damit alle gut sitzen können, habe ich vorher die XS-Stühle aufgebaut, im Kreis um das Klavier. Die „Maxis“ dürfen auch schon mal „oben“ sitzen, d.h. in der zweiten Reihe. Das scheint der Traum eines jeden Chorkindes zu sein: Oben sitzen! Darf nicht jeder… nur die Älteren der jeweiligen Gruppe.

Nun sitzen also alle, erwartungsvoll. Erstaunlich ruhig. Fast so, als würden sie die Ruhe auch ein wenig genießen. Los geht’s – jetzt fängt die Probe an! Ein bisschen Einsingen mit den „Bienen“ (Insider wissen, dass besonders die Wohltorfer „Mickeymouse-Biene“ sehr beliebt ist). Sollte ich eine Biene vergessen, wird sofort protestiert. Dann die „Fu-Bienen-Kette“ – wer traut sich schon alleine? Und natürlich: Das „echte“ Fufufu, eine Tonfolge, die die Kinder bis zum Ende Ihrer sängerischen Karriere in Wohltorf, im Idealfall dann in der Jugendkantorei singend, begleiten wird. Fufufu ist klasse, geht immer und hilft, die Stimmbänder in Schwung zu bringen.

Der (Kirchen-)Jahreszeit folgend, werden dann verschiedene, altersgerechte Lieder gesungen, die die Kinder – je nach Bekanntheitsgrad – lautstark mitsingen oder auch nur lauschend zur Kenntnis nehmen. Gut so: Zuhören ist wichtig! Manchmal erzählt dann ein Kind auch ganz spontan, was es gerade erlebt hat. Ein neues Haustier, ein Ausflug mit der Kita oder auch die Krankheit des Großvaters…

Wie „in der Schule“ melden sich die Kinder mitWünschen zu Wort: „Können wir wieder Tiere-Raten machen?“. Oder wahlweise auch andere Spiele wie den „gierigen Notenfresser“. Spiele, die die Grundlagen der musikalischen Bildung legen: Erste Rhythmus-Übungen, Hörübungen, Singübungen. Aber eben alles spielerisch.

Hoch im Kurs steht hier z.B. „Der Bäcker“ – ein Spiel-Lied, in dem nacheinander verschiedene Tiere (Ente, Schäfchen, Hündchen…)
Brötchen beim Bäcker einkaufen und sie im gefüllten Körbchen (Körbchen echt, Füllung imaginär) „glücklich heimtragen“. „Wer möchte heute der Bäcker sein?“ Viele melden sich, ein heißer Wettkampf entbrennt. Der starke Wille, der da aus manchen Kinderaugen funkelt, ist beeindruckend, jedes Mal wieder.

 
Zwika-Engel und Papa bei der Weihnachtsreise 2019

Zum Schluss geht es auf die Orgelempore. Im Winter ist es dann ganz dunkel in der Kirche. Wir machen auch zunächst keine Beleuchtung an, der Weg in den Stuhlkreis rund um den Orgelspieltisch ist bekannt. Die Probenruhe ist nun allerdings erstmal hinüber. Man merkt es: Singen ist eben belebend! Munteres Geplapper, das erst mit meinem ernsten „Ruhe bitte“ abebbt. Früher oder später… Klick, klick: Orgellicht und -motor werden angestellt, ich lese eine Geschichte aus der Kinderbibel, es gibt noch ein sehr kleines rundes Bonbon (von den älteren Chorkindern manchmal auch „Push-Dur“ genannt), Verabschiedung wieder mit Chorgruß. Die Eltern warten schon auf Ihre Sprösslinge, weg sind sie.

Warum die Zwika-Kinder gern zum Chor gehen?

Lara (5) ist zum Beispiel eine leidenschaftliche Sängerin. Sie kommt wegen der schönen Lieder zum Chor und „weil man das Singen noch besser lernen kann. (…) Besonders hat mir das Singen zu Weihnachten in der Kirche gefallen“. August (5), meint: „Mir gefällt besonders, dass wir immer an der Orgel singen und dass Frau Wiese uns auch Geschichten vorliest. Und wenn sie uns etwas vorsingt. Sie hat so eine schöne Stimme und kann soooo schön Klavier spielen“. Fedor (5), ganz pragmatisch: „Ich mag alle Lieder, die wir singen, da wird man immer so fröhlich. Aber besonders gefallen mir der Kletterbaum vor der Kirche und die Bonbons, die wir manchmal bekommen. Außerdem kann man in der Kirche toll Verstecken spielen!“. Mathilda (5), die seit Oktober im Chor singt, findet das „Bäckerlied“ besonders schön und „wenn wir im Kreis um die Orgel sitzen und Frau Wiese uns die Geschichte von Jakob vorliest – und das Bonbon am Ende“. Ein eindrucksvolles und vergnügliches Erlebnis war für sie auch die „Wohltorfer Weihnachtsreise“ – der Auftritt im Engelchor mit den durch die Zwika neu gewonnenen Freundinnen und dem Papa.

Die meisten Kinder kommen über Freunde zum Chor. Oder weil ihre älteren Geschwister auch schon dabei sind. Neben Kindergarten und Sportclub ist auch der Chor ein guter Ort, um Kontakte zu knüpfen, neue Freunde zu finden. Eine Mutter berichtet: „Schon bald nachdem wir in den Sachsenwald gezogen waren, hörten wir von diversen Seiten über Frau Wiese und ihre Kinderchöre in der Wohltorfer Kirche. Sobald unser Sohn das entsprechende Alter erreicht hatte, meldeten wir ihn zum ersten Probesingen der Zwitscherkantorei an. Mutter und Sohn waren sofort angetan von der munteren Singrunde im liebevoll gestalteten Kirchenraum im 1. Stock. Viele bekannte Gesichter aus dem Kindergarten und die obligatorische Pullmoll-Runde („Push- Dur“) am Ende überzeugten meinen Sohn Henning sofort. Das herzliche und strahlende Engagement von Frau Wiese, der „Chor-Mutter“, ihre sehr kindgerechte Art, kombiniert mit der notwendigen Disziplin, die bunte Kinderschar (von schüchtern bis vorlaut alles dabei), die sich auf ihren Stühlchen im Kreis um das Klavier scharten und den Anweisungen von Frau Wiese meist folgten, waren immer wieder eine Wonne! Nach jeder Probe, der ich anfangs noch in der letzten Reihe lauschen durfte, kam ich selbst ganz beseelt aus dem Probenraum. So war es gesetzt, dass unsere Tochter, dem Bruder folgend, natürlich auch mitsingen wollte. Leider wurde ich in diesem Falle von der Tochter nach der ersten Probe bereits aus dem Probenraum geschmissen.“

… vielleicht bekommt ja tatsächlich die eine oder andere Mutter oder dieser oder jene Vater auf diese Weise Lust, selber im Chor zu singen. Gelegenheit dazu gibt es in Wohltorf für jede Altersgruppe. Heute haben Sie den Chor für die jüngsten Sprösslinge etwas näher kennengelernt. Das wäre auch etwas für Ihr Kind? Melden Sie sich gerne bei mir:
KMD Andrea Wiese, Tel. 04104-80881,
kantorei.wohltorf@gmx.de

Zwika-Mäuse bei einer Probe in der Grundschule Wohltorf

Fotos©  WohltorferKirchenmusik



Sonntag, 22.03.2020: Lätare


Prädikant Hermann Richter
mit Natur und Schöpfung 2020 Musical „Noah“
Das Musical wird später nachgeholt

Musical Noah

Die Aufführung des Musicals wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Wer kennt sie nicht, die Geschichte von Noah, der auf Gottes Weisung ein riesiges Schiff baut, obwohl er in der Wüste wohnt und keiner ihm glaubt, dass eine große Sintflut droht. Verspottet wird er. Keiner handelt. Wenn man heutzutage von Überschwemmungen, Heuschreckenplagen und Dürren auf unserer Welt hört, kommt man schon ins Grübeln und erinnert sich an diese alten Geschichten aus der Bibel, die doch so viel Aktualität in sich tragen. Noah´s Geschichte endet mit dem Regenbogen als Zeichen für Gottes Liebe zu den Menschen: „Meinen Bogen habe ich in die Wolken gesetzt, der soll ein Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde“. Wie die etwa zwanzig Jugendlichen der Kurrende Wohltorf (5./6. Klasse) die Geschichte in Gestalt des Musicals von Martin Gotthard Schneider (bekannt als Komponist des „Danke“-Liedes) wohl umsetzen? Lassen Sie sich überraschen… der große Regenbogen jedenfalls ist schon in Arbeit!

Das Musical wird im Rahmen des Gottesdienstes am Sonntag, 22.03.2020 um 10:00 Uhr aufgeführt, die Kurrende Wohltorf wird von der HGK-Band begleitet, die Leitung hat KMD Andrea Wiese.
Foto © Andrea Wiese



Sunday for Future


„Sunday for future“ – ein musikalisches Familienwochenende

Unter dem Motto „Sunday for future” lud Frau Wiese zu einem Familien-Chor Wochenende ein.

In Vorbereitung wurden in der Grundschule Wohltorf unter der Federführung von Frau Thietje und Frau Roschlaub mit den Schülern das Thema erarbeitet und die Lieder gelernt. Die Chorkinder der 1. / 2. und der 3. / 4. Klassen übten mit Frau Wiese Lieder und Texte.

Zum Wochenendprojekt waren nun auch wir Eltern gefragt. Ab Freitag Abend wurde fleißig geprobt. Während wir uns in die Lieder einsangen, nutzten die Kinder die Zeit und bastelten Masken und Kostüme für die Vögel, Fische, Bienen und Blumen. Am Samstag Nachmittag gab es eine wohlverdiente Verschnaufpause. Mit einem riesigen Kuchenbuffet wurden Speicher wieder aufgefüllt, um am Sonntag dann im Familiengottesdienst das gemeinsame Werk zu präsentieren.

Neben der Erzählung der Schöpfungsgeschichte und passend zum Thema „Sunday for future“ wurde auch Gretas mahnender Finger zum Erhalt unserer wunderschönen, vielfältigen Erde erhoben. Es gab wertvolle Tipps, was jeder einzelne von uns hierzu beitragen kann.

Ganz beseelt und erfüllt von einer tollen Aufführung und etwas müde von einem intensiven Wochenende ging es dann für alle wieder nach Hause. Die Ohrwürmer und das tolle Miteinander bleibe aber über den Sonntag im Kopf aller Beteiligten. Ein riesengroßes Dankeschön insbesondere an Frau Wiese, die alles wieder so liebevoll und im Detail vorbereitet hat und natürlich auch an Frau Thietje, Frau Roschlaub, Frau Lindemann und Nele Wiemer, sowie die wunderbare musikalische Begleitung. Es war ein großartiges Projekt und hat uns viel Freude bereitet.
Foto © Juliane Thietje

 

 



Ausstellung LGB


entfällt wg. Corona-Virus:

Modelleisenbahn-Fahrbetrieb im Gemeindehaus Wohltorf
Samstag, 14.03.2020, 14 − 19 Uhr
Sonntag, 15.03.2020, 11 − 16 Uhr

Die Ausstellung wird auf einen späteren Termin verschoben.

Auch diesem Jahr sind die LGB-Freunde-Nord e. V. wieder zu Gast im Gemeindehaus (Kirchberg 3, 21521 Wohltorf) und präsentieren dort eine große, digitale LGB-Modelleisenbahn-Schauanlage im Maßstab 1:22,5 (Spurweite G, 45mm).

Das interessierte Publikum ist herzlich willkommen, um den Betrieb (u.a. mit diversen Sound-Lokomotiven) auf der großen Eisenbahn-Anlage mit vielen interessanten Details zu erleben. Als besonderes Highlight ist dieses Mal ein Nachtfahrbetrieb mit Beleuchtung vorgesehen, nach Einbruch der Dämmerung am Samstag Abend.

Wie schon in den Vorjahren gibt es dazu Kaffee, Kuchen, Snacks und Erfrischungen für das leibliche Wohl.

Einen Kostenbeitrag von 2,-€ / Person, Kinder frei, erbitten wir als Spende.
Foto © privat



Freitag, 06.03.2020: Sunday for Future


Natur und Schöpfung 2020
SUNDAY FOR FUTURE
Familiensingen und -gottesdienst zum
Thema „Schöpfung und Umwelt“
mit Liedern aus dem Musical „Himmel
und Erde“ von Birgit Pape

Freitag     06.03.2020 20:00 – 21:00 Uhr
Samstag  07.03.2020 10:00 – 12:00 / 15:00 – 18:00 Uhr
Sonntag  08.03.2020  09:00 – 11:00 Uhr

Das Themenjahr 2020 „Natur und Schöpfung“ der Wohltorfer Kirchenmusik beginnt mit einem großen Familienprojekt rund um das Musical „Himmel und Erde“ von Birgit Pape: Schon seit einigen Wochen bereiten die Kinder die Lieder in der Kinderkantorei und in Projektproben in der Grundschule Wohltorf vor.
Die eingängige Mischung aus vertrauten Volksliedmelodien (Weißt du wieviel Sternlein stehen), fetzigen Rhythmen und Rap-Elementen kommt gut an.
Am Wochenende vom 6.-8. März geht es dann gemeinsam mit „Mama und Papa“ auf dem Kirchberg los: die Erwachsenen üben ihren Part am Freitagabend, 6.3., von 20-21 Uhr und Samstagvormittag, 7.3., von 10-12 Uhr. Für die Kinder gibt es parallel dazu kreative Mitmachprojekte zum Thema auf dem Kirchberg. Am Samstag Nachmittag treffen sich alle von 15-18 Uhr, um gemeinsam zu singen und den Kuchen vom Buffet zu genießen. Im Familiengottesdienst am Sonntag, 8.3., um 10 Uhr werden die Mitmachprojekte von den Kindern vorgestellt und die geprobten Musical-Lieder gemeinsam mit einer Band aufgeführt. So wird uns allen die Schönheit und Kostbarkeit von Gottes Schöpfung, aber auch die aktuellen Gefährdungen und wie man ihnen entgegenwirken kann, vor Augen und Ohren geführt.
Die Leitung haben KMD Andrea Wiese, Pastor René Enzenauer, Juliane Thietje und Anna Roschlaub.
Infos und Anmeldung bei Frau Wiese, Tel. 04104-80881. Anmeldeschluss war am 17.2., einzelne Nachmeldungen sind aber u.U. noch möglich. Zum Familiengottesdienst muss man sich natürlich nicht anmelden… 🙂
Foto © Andrea Wiese

 

 



Samstag, 15.02.2020: Von Liebe und anderen Malheurs


Konzert des Kammerchor Lüneburg
Leitung: KMD Joachim Vogelsänger
Karten zu Euro 10,-
an der Abendkasse ab 17.30 Uhr

Am Samstag, 15. Februar 2020 gastiert der Kammerchor Lüneburg in der Heilig-Geist-Kirche, Wohltorf.

… alles begann mit einem Steinway Flügel in der Abtskapelle von St. Michaelis: Als dieser im Jahr 2015 mit einem Konzert eingeweiht werden sollte, fanden sich zwölf Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Michaeliskantor Henning Voss zusammen, um ein Programm zu singen, dessen Höhepunkt die „Liebesliederwalzer“ von Johannes Brahms waren. Da das gemeinsame Singen in sehr kleiner Runde – mit nur zwölf Personen – sowohl bei den Ensemblemitgliedern als auch beim Publikum Begeisterung auslöste, entschloss man sich, von Zeit zu Zeit unter dem Namen Vokalensemble Lüneburg in dieser Besetzung Programme mit anspruchsvoller Chormusik zu erarbeiten und aufzuführen. Zwischenzeitlich hat das Vokalensemble Lüneburg sowohl a cappella als auch mit Klavierbegleitung diverse Programme an unterschiedlichen Aufführungsorten in Norddeutschland zu Gehör gebracht und trat 2019 erstmals unter seinem neuen Leiter, Kirchenmusikdirektor an St. Johannis Lüneburg, Joachim Vogelsänger, auf.

Das Konzertrepertoire des vergangenen Konzertes 2019 beinhaltete A-Cappella Literatur sowohl aus der Renaissance als auch aus dem 20. Jahrhundert, so z.B. die Hymn to Cecilia von Benjamin Britten aus den Jahren 1940 bis 1942.

Das diesjährige Programm des Chores spannt einen Bogen von der Renaissance bis zum Jazz. Unter dem Motto „Von Liebe und anderen Malheurs“ erklingen drei „Hohelied-Motetten“ des barocken Komponisten Melchior Franck, drei Madrigale von Gesualdo, Chorlieder von Edward Elgar und einige Jazz-Arrangements wie z.B. „Over the rainbow“ oder „Autumn Leaves“.

Karten zu Euro 10,- sind an der Abendkasse ab 17.30 Uhr erhältlich.
Bild © Kammerchor Lüneburg

 



Gemeindeversammlung Bericht


 

Nach der Gemeindeversammlung ist vor der Gemeindeversammlung

Rückblick und Einladung zu einer zweiten Informations- und Diskussionsrunde

Es wurde viel diskutiert: Am 9. Februar fand unsere Gemeindeversammlung statt, die sich besonders mit den Reformprozessen in der Landeskirche, in unserem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, aber auch mit den Veränderungen in unserer eigenen Gemeinde befasste.

Mit dabei war Pröpstin Frauke Eiben, die die derzeitigen Veränderungen in der Struktur der „Kirche vor Ort“ in einen gesamtkirchlichen Kontext stellte. Vor dem Hintergrund sinkender Kirchenmitgliederzahlen und mittelfristig sinkender Kirchensteuereinnahmen, sowie der rückläufigen Anzahl von Pastorinnen und Pastoren im aktiven Dienst seien die angestrebten Veränderungen notwendig, um die flächendeckende kirchliche „Versorgung“ zu ermöglichen, wie sie in der Verfassung der Nordkirche festgeschrieben ist.

Um die Präsenz von „Kirche in der Fläche“ zu gewährleisten, setzt der Kirchenkreis auf eine stärkere Zusammenarbeit der Kirchengemeinden einer Region. Die Gemeinden sind gehalten, ihre Arbeit in den Bereichen Gottesdienst, Seelsorge, Kasualien (z.B. Taufen, Trauungen, Beerdigungen) und Unterricht (z.B. Konfirmandenarbeit, Jugendarbeit) miteinander abzustimmen und dabei Synergien zu schaffen, die die geringer werdende Anzahl der Pastores berücksichtigen. Die Ergebnisse dieser Prozesse sollen bis zum 30. April in einem Konzeptpapier der beteiligten Gemeinden einer Region zusammengefasst und anschließend dem Kirchenkreis bzw. der Kirchenkreissynode vorgelegt werden.

Für unsere Kirchengemeinde bedeutet das eine intensivere Zusammenarbeit mit den Gemeinden Aumühle, Brunstorf/Dassendorf, Börnsen/ Hohenhorn und Wentorf in der so entstehenden „Region Sachsenwald“. Die bisherigen gemeinsamen Gespräche sind auf einem sehr guten Weg und erbrachten bereits gemeinsame Vertretungsregelungen, Absprachen in Bezug auf gemeinsame Aktivitäten wie einer Pilgertour um Himmelfahrt und – auf administrativer Ebene – gemeinsame Vorlagen für Kirchengemeinderatsbeschlüsse, die die genannte Zusammenarbeit regeln könnten, wenn sie denn von den Kirchengemeinderäten so beschlossen werden.

Zeitgleich mit diesem Regionalisierungskonzept soll ein Konzept für die Nutzung kirchlicher Gebäude erarbeitet werden, durch das mittelfristig die finanziellen Aufwendungen der Gemeinden und des Kirchenkreises für Gebäude reduziert werden soll. Hierbei ist unsere Kirchengemeinde durch einen Synodenbeschluss wegen der räumlichen Nähe in besonderer Weise an eine Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde Aumühle gebunden.

Über die Ideen und Beratungsergebnisse dieses Prozesses informierte Pastor Enzenauer. So beabsichtigt unsere Kirchengemeinde in Absprache und Kooperation mit der politischen Gemeinde Wohltorf einen zweiten Kitastandort mit drei Elementar- und zwei Krippengruppen auf dem Kirchberg zu errichten. Die sich dadurch ergebende Reduktion kirchengemeindlicher Fläche ist vom Kirchenkreis gewünscht. Nichtsdestotrotz soll es weiterhin kirchliche Arbeit in Gruppen und Kreisen oder kirchenmusikalische Aktivitäten auf dem Kirchberg geben. Um den dafür notwendigen Raum zu schaffen soll die Kirche so ertüchtigt werden, dass sie neben ihrer Funktion als Gottesdienstraum auch für andere Veranstaltungen nutzbar ist.

Mit diesem Konzept möchte der Kirchengemeinderat nicht nur dafür sorgen, dass „die Kirche im Dorf“ bleibt, sondern die Gemeinde so aufstellen, dass sie stärker als bisher „Kirche für das Dorf“ ist und dabei auf die Bedarfe eingeht, die es in Wohltorf gibt. Wir können dabei an die positiven Erfahrungen anknüpfen, die wir in den letzten Jahren in der Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde, aber auch mit kirchlichen Veranstaltungen wie etwa mit dem Umzug an Erntedank 2018 oder der Wohltorfer Weihnachtsreise 2019 gemacht haben. Auch das Projekt, einen Bauwagen als Jugendraum herzurichten, ist Teil dieses Konzeptes und wird nachdrücklich von den politischen Gemeinden in Wohltorf und Aumühle unterstützt.

Unter den auch bei uns sichtbaren Bedingungen kleiner werdender Gemeinden muss es uns darum gehen, kirchliches Leben in Wohltorf nicht nur zu erhalten, sondern zu fördern und für die Zukunft auf ein Fundament zu stellen, das selbst dann tragfähig ist, wenn die Pfarrstelle in Wohltorf eines Tages möglicherweise nicht mehr besetzt werden kann. Dass letzteres nicht nur eine schwarzmalerische Behauptung ist, macht das Personalplanungsförderungsgesetz der Nordkirche deutlich, wenn in dessen Folge die Anzahl der Pfarrstellen von derzeit 6,75 auf dann 4 Pfarrstellen im Jahr 2030 in der Sachsenwaldregion reduziert werden muss. Spätestens 2030 wird nicht mehr in jeder Gemeinde ein Pastor oder eine Pastorin leben und arbeiten. Wir müssen heute die Weichen dafür stellen, dass diese Entwicklung nicht bedeutet, dass es weiße Flecken auf der Landkarte gibt, in denen es kein kirchliches Leben mehr gibt. Denn dieses kirchliche Leben hängt nicht zwangsläufig an Pfarrstellen oder anderen Hauptamtlichen. Es hängt an dem, was wir miteinander als ganze Gemeinde aufbauen, am Leben erhalten oder mit Gottes Segen zum Leben erwecken. Jammern hilft nicht und Bangemachen gilt nicht. Dass wir Wohltorfer mehr können als Jammern und Bangemachen, sondern auch solch große Projekte bewältigen und auf die Beine stellen können, haben wir gezeigt. Auf der Gemeindeversammlung formulierte es jemand so: „Na dann, Ärmel hochkrempeln und los.“ Genau darum geht es.

Apropos Ärmel hochkrempeln: Wir laden Sie ein zu einer zweiten Informations- und Diskussionsrunde zum Thema Gebäude auf dem Kirchberg, am Mittwoch, 4. März 2020 um 19.30 Uhr im Gemeindehaus (oder vielleicht auch in der Kirche).



Zum Tode von Werner Waszik


Wir trauern – zum Tode von Werner Waszik

Sein Ruf eilte ihm voraus. Ich war gerade erst neu in der Gemeinde, lernte so langsam Dorf und Menschen kennen, da hieß es hier und da immer wieder mal: „Früher, da hatten wir noch unseren Küster, Herrn Waszik…“ oder „Das hat früher immer Herr Waszik gemacht…“

Und dann lernte ich ihn kennen und ich weiß noch ziemlich genau wie das war. Es war ein Sonntag. Und Werner Waszik feierte mit seiner Familie seinen 80. Geburtstag, natürlich in unserem Gemeindehaus. Man möchte fast fragen: Wo auch sonst?!

Ich betrat den Gemeindesaal, stellte mich vor, gab ihm die Hand und gratulierte. Er freute sich und bedankte sich. Wir unterhielten uns und ich bekam einen kleinen Eindruck von diesem Mann, der da vor mir saß. Er war einer, der schnörkellos erzählte, pragmatisch und klar und ohne Schnickschnack, aber auf jeden Fall mit dem Herzen am rechten Fleck. Und er erzählte gerne, am meisten von seiner Zeit als Küster hier auf dem Kirchberg. Er erzählte von dem Weihnachtsbaum der Kirche, zu seiner Zeit noch mit den echten Kerzen, die zwischen den Gottesdiensten schnell gewechselt werden mussten. Und er oder seine Söhne mussten aufpassen, dass der Baum nicht in Flammen aufging. Er erzählte vom Grillen mit der Pastorenfamilie in seinem Garten, vom Hausmeister sein in den damals noch zwei Kitas unserer Kirchengemeinde und von den vielen Menschen, die zuerst bei ihm klingelten bevor sie den Weg zum Pastorat fanden. Werner Waszik war stolz, auf seine Arbeit als Küster aber auch auf seine Kirche. „Wenn ich vorne in der ersten Bank sitze, dann bin ich zu Hause.“ Das hat er mal gesagt.

Am 23. Dezember 2019 ist Werner Waszik verstorben. Wir, der Kirchengemeinderat, trauern mit seinen Angehörigen, besonders mit seinen Söhnen Hubert, Berthold und Bernhard und ihren Familien. Wir sagen danke, für die vielen Jahre in denen Werner Waszik als Küster in unserer Gemeinde gearbeitet hat, für seine zupackende Art, seinen Humor und seine Einstellung, dass es für jedes Problem auch eine Lösung gibt. Wir denken an seine Familie und bitten Gott für sie um Trost und Kraft.

Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang. (Ps 27,4)

Für den Kirchengemeinderat
René Enzenauer, Pastor



Ende der Weihnachtszeit


Von Bäumen, Sternen und jeder Menge Kerzen – und vom Ende einer Jahreszeit.

Der 2. Februar ist ein besonderer Tag. In meinem Kalender steht dazu: Sonntag, Letzter Sonntag nach Epiphanias/Darstellung des Herrn (Lichtmess).

Das, was vor dem Schrägstrich steht, ist die protestantische Lesart dieses Tages. In den Evangelischen Kirchen geht es an diesem Sonntag um eine eigentümliche Geschichte aus dem Matthäusevangelium. Sie erzählt, dass zwei Jünger Zeugen davon wurden, wie Jesus in ein gleißendes, göttliches Licht getaucht wird. Dieses Wunders nicht genug erscheinen zudem zwei aus dem Alten Testament bekannte Personen, die sich mit Jesus unterhalten. Worüber, wird nicht erzählt. Stattdessen schreibt Matthäus von einer Wolke, aus der eine Stimme ertönt: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“ Danach löst sich die ganze Szene auf. (Mt 17,1-9)

In der Katholischen Tradition, d.h. in der Lesart dessen, was hinter dem Schrägstrich steht, steht eine Geschichte aus den Kindheitstagen Jesu im Vordergrund, in der insgesamt drei verschiedene Traditionen ineinanderfließen (Lukas 2,21ff.)

Zum Einen ist da die Geschichte von der Beschneidung Jesu, ganz so wie sie das jüdische Gesetz fordert. Zum anderen erzählt Lukas, dass sich Maria und Josef mit ihrem Erstgeborenen auf den Weg in den Tempel machen (Lk 2,21ff.). Denn so steht es im jüdischen Gesetz: der Erstgeborene gehört Gott (2. Mose 13,2.15) und muss deswegen am achten Tag nach der Geburt Gott im Tempel übergeben („dargestellt“) und dann durch ein Opfer ausgelöst werden. Man könnte deutend sagen: Jesus kommt in den Tempel, also in sein Eigentum.

Dieser Vorgang ist schließlich mit einem Reinigungsritus verbunden, dem sich Maria unterziehen musste. Nach der Geburt eines Kindes galt die Wöchnerin nämlich als kultisch unrein: 40 Tage lang, wenn sie einen Jungen geboren hatte, 80 Tage bei einem Mädchen. Um wieder rein zu werden, musste die Frau durch den Priester ein Opfer darbringen, nämlich eigentlich ein Schaf und eine Taube. Wenn Lukas hingegen erzählt, dass die heilige Familie lediglich zwei Tauben opferte, dann deutet er damit indirekt an, dass es sich bei Maria und Josef eher um arme Leute handelte, denen eine weniger kostspielige Variante des Reinigungsopfers erlaubt war.

Alle diese Geschichten fließen im Fest der Darstellung des Herrn bzw.  Maria Lichtmess zusammen.

Egal ob nun in Evangelischer oder in Katholischer Tradition: Beide markieren auf ihre Weise einen Einschnitt im Kirchenjahr, nämlich das Ende des Weihnachtsfestkreises. Mit Maria Lichtmess, mit dem 2. Februar erst, ist „Weihnachten“ vorbei. Es beginnt die Vorpassionszeit. Und das zeigt sich auch in unserer Kirche:

Der über fünf Meter hohe Weihnachtsbaum, den unsere Wohltorfer Feuerwehr aufgebaut hatte, ist zerlegt und wartet, während ich diese Zeile schreibe, auf seine Abholung. Die Weihnachtskrippe wurde von ehrenamtlichen Helferinnen sorgfältig verstaut. Die zusätzlichen Kerzenleuchter, die unsere Küster an die Kirchenbänke montiert hatten, warten nun wieder in der Sakristei auf ihren nächsten Einsatz im Dezember. Am längsten durchgehalten hat der Weihnachtsstern. Er leuchtete noch – genau – bis zum 2. Februar. Aber auch er ist nun wieder in seinem „Sommerlager“ und harrt dort der Dinge bis zu seinem nächsten Einsatz am 1. Advent.

Die Weihnachtszeit ist vorbei. In Wohltorf war es zusammen mit der Weihnachtsreise eine sehr bewegte Zeit. Wir, der Kirchengemeinderat, danken allen, die Ihren Teil dazu beigetragen haben: der Feuerwehr, den Küsterinnen und Küstern, den Konfis, der Kantorei und all den anderen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Danke! Es war wirklich wunderbar.



Musikjahr 2020


So wird’s – Musikjahr 2020 „Natur und Schöpfung

Das neue Jahr 2020 soll, schon seit längerer Zeit geplant und nun unerwartet aktuell in aller Munde, unter dem Motto „Natur und Schöpfung“ stehen. Dazu sind eine Reihe von Veranstaltungen geplant: „Sunday for future“, ein Familienprojekt mit viel Musik aus dem Musical „Himmel und Erde“ von Birgit Pape. Das Musical „Die Arche Noah“ von M.G. Schneider. Ein Open-Air-Konzert „Gipfeltreffen“ im Kletterpark Aumühle mit und für Jung und Alt (bitte vormerken: 5.9.!). Die Aufführung der „Schöpfung“ von Joseph Haydn (8.11.), verbunden mit dem Extrakonzert: „Haydn´s Schöpfung für Kinder“. Dazu besonderes Projekt: in Zusammenarbeit mit Katja Dominik von der „Tanzbasis“ Geesthacht setzen Jugendliche Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ und „Magnificat“ (von der „Wohltorfer Jugendkantorei plus“ und Orchester aufgeführt) tänzerisch um. „Vivaldi getanzt!“ Eine spannende Mischung aus Musik und Bewegung! Und zum Abschluss das Umwelt-Kindermusical „Mokelül“ von Andrea Wiese.

Herzlich willkommen zu diesen und allen anderen Veranstaltungen der Wohltorfer Kirchenmusik im Jahr 2020. Weitere Infos: www. kirchenmusik-wohltorf.de

Wiederbeginn der Chöre nach der Weihnachtspause ab Dienstag, 14.01. zu den aktuellen Probenzeiten. Neue MitsängerInnen sind willkommen, Infos bei KMD Andrea Wiese, kantorei.wohltorf@gmx.de oder Tel.: 04104-800881.



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