Aktuelles

Wochenspruch

Miserikordias Domini:  Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.(Johannes 10, 11. 27. 28)

 



Termine, Mitteilungen und Berichte


  • Freitag, 20.04.2018, 17:00 Uhr

    Gottesdienst im Haus Billtal

    Billtal 10, Wohltorf

    Pastor René Enzenauer


  • Freitag, 20.04.2018, 19:00 Uhr

    Todesmutig

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Reden über etwas, worüber man nicht so gerne redet.

    Gesprächspartner:
    Angela Rohde
    Pastor René Enzenauer

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  • Samstag, 21.04.2018

    Groovywochende

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Gospel- und Popularmusik in der Wohltorfer Heilig-Geist-Kirche
    mit Jan Simowitsch, Landespopularkantor der Nordkirche
    Samstag 21.04.2018, 15:00-18:00 und 19:00-21:00 Uhr
    Sonntag 22.04.2018, 09:00-11:00 Uhr

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  • Sonntag, 22.04.2018, 10:00 Uhr

    Gottesdienst am Sonntag Jubilate

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Musik mit Teilnehmern des Groovy-Wochenendes

    Pastor  René Enzenauer


  • Sonntag, 29.04.2018, 10:00 Uhr

    Gottesdienst am Sonntag Kantate

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Kantatengottesdienst
    D.Buxtehude „Cantate Domino“
    Vokalensemble Wohltorf und Instrumente
    Leitung KMD Andrea Wiese
    Pastor  René Enzenauer


  • Mittwoch, 02.05.2018, 17:15 Uhr

    Jugendkantorei in Hamburg St. Petri

    Die Jugendkantorei und Kurrende Wohltorf singen in der Hamburger Hauptkirche St. Petri
    Leitung KMD Andrea Wiese

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  • Donnerstag, 03.05.2018, 9:30 Uhr

    Kontak-Tee

    Gemeindehaus, Kirchberg 3, Wohltorf

    Der regelmäßige Morgentreff zum Kennenlernen, zum zwanglosen Plaudern und Gedankenaustausch an jedem ersten Donnerstag im Monat von 09:30 bis 11:00 Uhr im Gemeindehaus auf dem Kirchberg.

    Es freuen sich auf Ihr Kommen

    Gisela Kriese und Brunhilde Schreblowski.


  • Samstag, 05.05.2018, 17:00 Uhr

    Abendmahlsgottesdienst zur Konfirmation

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Musik mit den Chören der Gemeinde

    Pastor  René Enzenauer


  • Sonntag, 06.05.2018, 10:00 Uhr

    Konfirmationsgottesdienst am Sonntag Rogate

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Pastor  René Enzenauer

    Unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden bei „mehr“

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  • Dienstag, 08.05.2018, 10:00 Uhr

    Kleidersammlung

    Kleidersammlung für Bethel
    Dienstag, den 8. Mai 10:00 – 12:00 Uhr
    Mittwoch, den 9. Mai 16:00 – 18:00 Uhr

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  • Donnerstag, 10.05.2018, 11:00 Uhr

    Himmelfahrt

    Gottesdienst in Hohenhorn
    in Wohltorf kein Gottesdienst

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  • Freitag, 11.05.2018, 17:00 Uhr

    Gottesdienst im Haus Billtal

    Billtal 10, Wohltorf

    Pastor René Enzenauer


  • Samstag, 12.05.2018, 17:00 Uhr

    Abendmahlsgottesdienst zur Konfirmation

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Musik mit den Chören der Gemeinde

    Pastor  René Enzenauer


  • Sonntag, 13.05.2018, 10:00 Uhr

    Konfirmationsgottesdienst am Sonntag Exaudi

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Pastor  René Enzenauer

    unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden bei „mehr“

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  • Sonntag, 13.05.2018, 17:00 Uhr

    Musikalische Brücken

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Kammerensemble Konsonanz, Bremen
    Acht junge, internationale Musiker spielen Werke aus Europa und Südamerika von W.A. Mozart, A. Piazolla, u.a.
    Eintritt frei, Spenden erbeten

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  • Mittwoch, 16.05.2018, 15:00 Uhr

    Seniorennachmittag "Frühlingslust"

    Billtal 10, Wohltorf

    Kleines Gartenfest im Haus Billtal: Lieder, Tänze und offenes Volkslieder-Singen mit der Zwitscher- und Kinderkantorei Wohltorf und der Tanzgruppe des DRK Wohltorf
    Eintritt frei, Spenden erbeten

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  • Samstag, 19.05.2018, 17:00 Uhr

    Abendmahlsgottesdienst zur Konfirmation

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Musik mit den Chören der Gemeinde

    Pastor  René Enzenauer


  • Sonntag, 20.05.2018, 10:00 Uhr

    Konfirmationsgottesdienst am Pfingstsonntag

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Pastor  René Enzenauer

    Unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden bei „mehr“

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  • Montag, 21.05.2018, 10:00 Uhr

    Gottesdienst am Pfingstmontag

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    „mit Buxtehude durchs Kirchenjahr“ III

    Pastor  René Enzenauer

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  • Sonntag, 27.05.2018, 10:00 Uhr

    Gottesdienst am Sonntag Trinitatis

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Pastorin  Renate Fallbrüg


  • Donnerstag, 07.06.2018, 9:30 Uhr

    Kontak-Tee

    Gemeindehaus, Kirchberg 3, Wohltorf

    Der regelmäßige Morgentreff zum Kennenlernen, zum zwanglosen Plaudern und Gedankenaustausch an jedem ersten Donnerstag im Monat von 09:30 bis 11:00 Uhr im Gemeindehaus auf dem Kirchberg.

    Es freuen sich auf Ihr Kommen

    Gisela Kriese und Brunhilde Schreblowski.


  • Sonntag, 24.06.2018, 10:00 Uhr

    Goldene Konfirmation in Wohltorf

    Kirche, Kirchberg 1, Wohltorf

    Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein

    Am Sonntag, den 24. Juni um 10 Uhr feiern wir Goldene Konfirmation.

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Mitteilungen

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Berichte

Kirchenkreissynode

Ein Handschlag, Abendmahl und dann drei Musiker

Das erste Zusammenkommen der neu gewählten Kirchenkreissynode.

Am 12. März konstituierte sich in Mölln die neu gewählte Synode unseres Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg. Mit dabei war unser Synodaler Pastor Enzenauer.

Los ging es um 15 Uhr mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Möllner St. Nicolaikirche, in dem alle 66 Synodale per Handschlag durch die beiden Pröpstinnen Frau Eiben (Lauenburg) und Frau Kallies (Lübeck) auf ihr Amt verpflichtet wurden.

Danach begann die eigentliche Sitzung im Polleyn-Zentrum in Mölln, dem obligatorischen Tagungsort der Synode. Die beiden wichtigsten
Tagesordnungspunkte betrafen die Wahl des neuen Präsidiums, das – wie sich zeigte – ein sehr musikalisches Präsidium werden sollte, und ein Referat über die wichtigsten Themen, die die Synode in ihrer 6-jährigen Legislatur beschäftigen werden.

Präses der neuen Synode wurde Hagen Sommerfeldt aus Lübeck, seines Zeichens Jurist und in seiner Freizeit unter anderem passionierter Horn-Spieler. Als erste Vizepräses wurde Anna Christ gewählt, die Pastorin in Lütau und ebenfalls seit Kindheitstagen Hornistin ist. Das Trio wurde dann komplett durch Mathias Harneit aus Wentorf, der zwar nicht Hornist, aber dafür Musiklehrer ist.

Nach diesen drei Wahlgängen informierte Pröpstin Kallies die Synode über die großen „Baustellen“ im Kirchenkreis. Dazu gehören die Themen der sinkenden Zahl an Pastorinnen und Pastoren aufgrund eines Ungleichgewichts zwischen Pensionierungen und nachrückenden neu ausgebildeten Pastores, die Finanzlage des Kirchenkreises, das Thema Gebäude und Bauunterhaltung und die Entwicklung der Kirchenmitgliederzahlen.

Alles in allem lässt sich sagen: Es werden spannende Zeiten in unserem Kirchenkreis, in denen viele Weichen dafür gestellt werden müssen, dass Glaube und Kirche auch künftig im Lübeck-Lauenburgischen präsent bleiben.

Info:
Die Kirchenkreissynode ist das oberste Beschlussorgan eines Kirchenkreises. Sie entscheidet zum Beispiel über Satzungen, Stellenpläne oder den Haushalt. Mit ihren Entscheidungen soll sie die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben in einem Kirchenkreis schaffen, die Arbeit der Gemeinden vor Ort fördern und diese genauso wie die Dienste und Werke bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unterstützen. Die Synode wird auf 6 Jahre von den Kirchengemeinderäten gewählt, hat 66 Mitglieder und setzt sich aus Gemeindesynodalen, Vertretern der Pastorenschaft und der Dienste und Werke zusammen.

 




Bericht Familiensingen

Familien-Singen in der Wohltorfer Kantorei

Im zweiten März-Wochenende hatte die Kirchenmusikdirektorin Andrea Wiese in Wohltorf zum Projektwochenende „Familien-Singen“ für Groß und Klein eingeladen. Da das gemeinsame Singen in vielen Familien eher eine Seltenheit geworden ist, war es umso schöner, dass am Samstagnachmittag viele Mütter, Väter, Omas, Opas und Kinder zwischen 4-11 Jahren zusammenkamen, um gemeinsam zu musizieren.

Während die Großen das erste Mal die vielfältige Liederauswahl durchgingen und ihre Stimmlagen probten, durften die Kleinen basteln und Zuckerwatte naschen. Nach einer konzentrierten, sehr kurzweiligen Probe der Erwachsenen im Gemeindehaus stärkten sich alle bei Kaffee und Kuchen, um anschließend mit den Kindern gemeinsam zu üben. Die Kinder hatten die Lieder bereits in den Wochen vor dem Familien-Singen in ihren Chören mit Frau Wiese erarbeitet. Nun konnten sie erleben, wie die Erwachsenen in die ihnen bekannten Lieder einstimmten. Groß und Klein erfuhren, welche Freude es bereitet, gemeinsam zu singen – und, dass Musik verbindet. Und spätestens bei der Stellprobe in der Kirche gab es sowohl auf Seiten der Eltern und Großeltern, als auch bei den Kindern Überraschung und Staunen über das entstandene Zusammenspiel – verbunden mit einiger Gänsehaut und viel Gelächter. Die Aufführung des Geprobten fand dann einen Tag später im Rahmen des sonntäglichen Gottesdienstes in der Wohltorfer Kirche statt. Zahlreich erschienen Gemeinde- und Familienmitglieder sowie Freunde.

Das gemeinsame Musizieren hat allen sehr viel Freude bereitet und der eine oder andere war wohl auch ein wenig stolz über das Erreichte, so dass sich nun alle bereits auf das nächste Familien-Singen in Wohltorf freuen
Foto: © Privat




Bericht Matthäuspassion 2018

„Barrabam!“

Bach’s Matthäuspassion 2018 in der Wohltorfer Heilig-Geist-Kirche

Am 1. Sonntag der Passionszeit 2018, Invokativ, 18. Februar, bringt Andrea Wiese, Kirchenmusikdirektorin der Heilig-Geist-Kirche Wohltorf, Johann Sebastian Bach’s Matthäuspassion zur Aufführung. Full house. Sämtliche Chöre der Kirchengemeinde, insgesamt an die 100 Sänger, sind im Einsatz. Die jungen in Grau, die älteren in Schwarz; 5 Solisten (Olivia Stahn, Sopran; Nicole Pieper, Alt; Tim Karweick, Tenor; Julian Redin, Bass; Konstantin Heintel, Jesusworte); das Wohltorfer Kammerorchester mit klangvoller Unterstützung von weiteren 10 Solisten. Ganz großes Kino in der kleinen evangelisch-lutherischen Kirche vor den Toren Hamburgs, am Rande des Sachsenwaldes. Zeitgleich gibt es die Saint Matthew Passion des Bach Choir in der Londoner Royal Festival Hall; am Sonntag, 25.03., erklingt Bach’s persönliches Glaubensbekenntnis in der Hamburger Michaelis Kirche, dem Michel. In der Hamburger Staatsoper dann, 02.04., das „Zeugnis von menschlicher Leidens- und Lebenserfahrung“ als John-Neumeier-Ballett. Die Kopenhagener Holmens Kirche (Kammerchor Camerata) bringt Bach’s Passion Christi am 28.03., in deutscher Sprache. Leipzig, Thomas Kirche mit Thomaner Chor und Gewandhaus Orchester, das Bach’sche historische Umfeld, war schon am 29.03 und 30.03. dran. Dies zur (absolut wertenden) Einordnung des 2018er Wohltorfer Werkblocks „Matthäuspassion“.

Warum jetzt, 11 Jahre nach der ersten Aufführung unter Andrea Wieses Leitung, wieder dieses riesige Meisterwerk des musikalischen Giganten des Barock? „Weil die Besetzung der Kantorei es zuließ, ebenso die Finanzen.“ Sagt sie. „Und weil 10 Jahre ohne Matthäuspassion eigentlich schon viel zu lange ist.“ Und fügt hinzu: „Bach ist für mich Urgestein und Gipfel aller Kirchenmusik. Ich bin durch die regelmäßigen Aufführungen meines Vaters an der Celler Stadtkirche mit seiner Musik aufgewachsen. Deren Schönheit und Tiefe ist unfassbar.“ Staunende, offene Münder, Ergriffenheit, beseelte Ruhe – eine besondere Atmosphäre in der Kirche nach den gut 2,5 Stunden Bach’scher Klänge als volle Bestätigung dieser Einschätzung. „Alle Solisten und die Chöre hätten erfolgreich in der Elbphilharmonie auftreten können“, wußte die lokale Presse die Einschätzung von Konzertbesuchern wiederzugeben.

Und so fing es an: Karfreitag, 11. April, 1727. Deutschland, zergliedert in Hunderte kleiner Feudalstaaten, ist immer noch dabei, die Risse, die der Dreißigjährige Krieg geschlagen hat, zu heilen. In der Thomas Kirche, Leipzig, bringt ihr Kantor, Johann Sebastian Bach (44), Spross einer Musiker-Dynastie wie die Purcells in England, den Scarlattis in Italien oder den Couperins in Frankreich, in 2. Ehe verheiratet mit Anna Magdalena Wilcke, Hofsängerin zu Weissenfels und Köthen, seine Matthäuspassion zur Aufführung. Er, der angestellte Musiker, trägt die Livree des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen. Seine Manuskripte leitet er ein mit „J.J.“ (Jesu juva) und beendet sie mit „S.D.G.“ (Soli Deo Gloria). Den Text für die Passionsmusik 1727 verfasst er gemeinsam mit seinem Librettisten Christian Friedrich Henrici, genannt Picander. Die Worte des Evangelisten Matthäus vermerkt Bach mit roter Tinte in der Partitur. Der Karfreitagsgottesdienst dauerte insgesamt über vier Stunden, drei davon sind Bach’s Musik, keine Pause: Eine Zumutung für und Herausforderung an die Zuhörer, was (seelische) Wachheit, Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft anbelangt. Die Resonanz: verständnislos, ablehnend, kühl. Alles viel zu langatmig, allzu grosse Opernhaftigkeit. Es gibt keine weitere Aufführung zu Bach’s Lebenszeit. Hundertundzwei Jahre später bringt der junge Hamburger Musiker, Komponist und Kantor Felix Mendelssohn Bartholdy Bach’s Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik, gekürzt auf 150 Minuten, zurück in die musikalische Welt, was 1829 eine wahre Bach-Renaissance einleitet.

Nimmt Andrea Wiese Bach heute rein musikalisch? Oder sieht sie ihn, seine Musik und seine Rezeption auch im historischen Kontext? Bach’s Haltung gegenüber den Juden in seiner Zeit, z.B. spielt so etwas in ihrem musikalischen Umgang mit einem Komponisten eine Rolle? „Ich verstehe seine Auffassung aus seiner Zeit heraus. Und deute sie aus meinem Verständnis, für die heutige Zeit. Text und Musik sind eng verknüpft, die Musik lebt ja auch aus dem Sinn der Worte, die Musik belebt die Worte.“ Auf die historischen Instrumente, wie z.B. Gambe, wurde bei der Wohltorfer Aufführung verzichtet. Kostenfrage? Individuelle Auswahl der Ablaufs? Dazu die Dirigentin: „Es gibt nur wenige Stücke mit Gambe. Da das Orchester auf modernen Instrumenten gespielt hat und eine Gambe extra hätte engagiert werden müssen, war es sinnvoll, an diesen Stellen zu kürzen. So kamen wir auf die Spielzeit von 2,5 Stunden. Die Kosten spielen in einer Kirchengemeinde wie der unseren, darüber hinaus, immer auch eine Rolle.“ Die Proben zur ersten Matthäuspassion Aufführung müssen, wie es die Berichte hergeben, grauenhaft für alle Beteiligten gewesen sein. Bach „maltraitierte“. „Grade in der Endphase, nach gut einem Jahr intensiver Proben, dürfte z.B. der Kantorei der Begriff „malträtieren“ nicht fremd gewesen sein“, gibt die Leiterin ihre Einschätzung. „Die Probenzeit mit dem Orchester ist leider immer, und bei einem so großen Werk besonders, erschreckend kurz.“

Der Bass, Julian Redin, wirkte bei der Wohltorfer Aufführung so explicit theatralisch. Kam das von ihm selbst oder wird das vorgegeben? „Nein“, so Andrea Wiese, „das kommt von den Sängern selbst. Solisten, ob instrumental oder vokal, haben zudem grundsätzlich eine große Gestaltungsfreiheit. Änderungen oder individuelle Interpretationen sind nur im Konsens sinnvoll“, weiss sie aus Erfahrung. Und weiter: „Rundum war es eine so große Leistung! Alle waren höchst konzentriert und konnten die gute Vorbereitung umsetzen. Der Kontakt, die Einheit Chor-Dirigentin war perfekt. Die Turbae-Chöre waren technisch gut und dramatisch, die Choräle innig und persönlich. Gute Sprache. Die Mischung des Chores aus Erwachsenen und Jugendlichen, die ganz selbstverständlich und ohne Vorbehalte zusammen musizieren, ist hier bei uns besonders“, so Wiese weiter. „Und die Kurrende-Kinder haben wirklich Gas gegeben! Es war ihr erstes großes Konzert! Und überhaupt: Die Kantorei fährt einen enormen, persönlichen, ehrenamtlichen Einsatz!!!“

Am 2. Sonntag der 2018er Passionszeit schafften die Wohltorfer 1. Hockey-Damen in der Halle des örtlichen Tontauben Clubs den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Die Halle tobte. Viele der Matthäus-Passion-Begeisterten des Vor-Sonntags klatschten sich die Hände wund. Auch das ist Wohltorf. Kirchenmusikalisches Hartholz trifft auf sportlichen Einsatz mit Torwartkelle. Johann Sebastian Bach, Jahrhundert- (wenn nicht Jahrtausend-) Musiker und Vater von 20 Kindern (aus 2 Ehen, 10 Bach-Kinder erreichten das Erwachsenen-Alter), hätte es gefallen. MSD

Foto © Privat




Konfirmanden im Haus Billtal

Ein lehrreiches Gespräch zwischen Jung und Alt

Die Wohltorfer Konfirmanden zu Besuch im örtlichen Seniorenwohnheim Haus Billtal

Wir, die Konfirmanden des Jahres 2018 der Kirchengemeinde Wohltorf, besuchten am 9. März Frau Helga Daigl, um uns mit ihr über das Leben und Wohnen in einem Seniorenwohnheim zu unterhalten. Frau Daigl ist 82 Jahre alt und wohnt seit ungefähr einem Jahr im Haus Billtal. Von Beruf war Frau Daigl, die in Hamburg aufgewachsen ist, Lehrerin. Sie ist eine sehr kommunikative, interessierte und aufgeschlossene Frau, die es liebt, von ihren Enkeln zu erzählen. Daher war unser Gespräch stets kurzweilig.

„Im Hause Billtal ist es nie langweilig!“ sagt Frau Daigl. Es gibt immer etwas zu erleben mit viel Freiraum für individuelle Aktivitäten über den ganzen Tag hinweg verteilt. Gemeinsam ist ausschließlich das Mittagessen, zu dem sich alle Bewohner im zentralen Speisesaal treffen. Sowohl das Frühstück als auch das Abendessen werden selbst in der eigenen Wohnung hergerichtet.

Am Vormittag und Nachmittag gibt es, wie uns von unserer Interviewpartnerin Frau Daigl höchst interessant berichtet wurde, viele unterschiedliche Aktivitäten. Man kann an Kursen teilnehmen, wie zum Beispiel Gymnastik oder Gedächtnistraining. Dies macht den Bewohnern sehr viel Spaß, da es professionell geleitet wird. Ein wöchentliches Highlight ist auf jeden Fall auch das gemeinsame Einkaufen in Reinbek. Jeden Dienstag fahren einige Bewohner per Bus dorthin und kaufen wesentlichen Bedarf an Lebensmitteln, Blumen etc..

Auch Feste wie Karneval oder das Oktoberfest werden im Haus Billtal groß gefeiert. Musikalisch sind die Senioren allemal, denn durch die häufigen Besuche des Wohltorfer Kirchenchores oder der Bands, die dort ihr Bestes geben, kommen sie nicht aus der Übung. Wie man sieht, ist in der Seniorenwohnanlage immer etwas los.
Wovon uns Frau Daigl sehr begeistert erzählte, ist die Möglichkeit, das Appartement mit eigenem Mobiliar persönlich zu gestalten. Dadurch fühlt man sich gleich ein wenig wie zu Hause. Darüber war Frau Daigl sehr froh. In einem normalen Altersheim hätte sie ihre geliebten Möbel zuhause lassen oder gar verkaufen müssen. Dies war ein wesentlicher Grund, weshalb sie in das Haus Billtal gezogen ist. Frau Daigl wusste ebenfalls viel über den Umbau zu berichten, der momentan an der Anlage getätigt wird. Sie erzählte, dass ein Teil des Hauses renoviert und zusätzlich um ein Stockwerk aufgestockt wird (s. Abb.), um mehr Wohnraum für zusätzliche Bewohner zu schaffen. Dadurch ist es in letzter Zeit zu erheblicher Lärmbelästigungen gekommen Als kleine Entschädigung wurde den betroffenen Bewohnern ein üppiges Frühstück hergerichtet. Der Tumult hat sich mittlerweile aber schon wieder zum großen Teil gelegt und die Bewohner können wieder in Ruhe ihren gewohnten Mittagsschlaf halten.

Abschließend kann man sagen, dass es im Haus Billtal sehr angenehm ist zu wohnen. Frau Daigl ist sehr glücklich über ihren Umzug dorthin. Wie sie erzählte, herrscht unter den etwa 50 Bewohnern und den Pflegern/innen eine freundliche und aufgeschlossene Atmosphäre. Für sie bedeute das auch, dass hier im Billtal im Sinn von Johann Hinrich Wichern gelebt und gearbeitet wird. Der Hamburger Theologe und Pädagoge gründete vor 170 Jahren die Innere Mission der Evangelischen Kirche Deutschlands, aus der auch die Wichern-Gemeinschaft Reinbek hervorging, zu der das Haus Billtal in Wohltorf gehört. In der letzten März-Woche 2018 wurde der 70. Geburtstag dieser segensreichen Wichern Einrichtung im Schloss Reinbek festlich begangen.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen, liebe Leser des „der Sachsenwalder“, das Haus Billtal und seinen Alltag etwas näher bringen. Für uns Konfirmanden war es ein schönes und interessantes Erlebnis, sich einmal ausführlich und in Ruhe mit einerlteren Mitbürgerin unserer Gemeinde zu unterhalten.

Für die 2018er Konfirmandengruppe von Pastor Enzenauer: Die beiden Edelfedern Tim Föcking (konnte beim Fototermin leider nicht dabei sein) und Lucas Schneider (s. Abb. mit FrauHelga Daigl).

Fotos © Privat




Fasching in der Kita

Von der Feuerwehr bis zum Müllmonster –
Fasching in der Kita

In einer Teamsitzung haben die Mitarbeiter unserer Kita sich überlegt, welches Thema für die Kinder so interessant sein könnte, dass wir damit auch unser Faschingsfest gestalten könnten. Im Hinblick auf die persönliche Zukunft eines jeden Kindes, Kita, Schule, Beruf, entschieden wir uns für das Thema Berufe. Es war spannend, was sich jede Gruppe dazu überlegte und später in den Projekten dazu umsetzte.

Zunächst aber wollten wir ja Fasching feiern und so gestalteten wir die Räume und vor allem die Fenster mit verschiedenem Material der einzelnen Berufe. Die Erzieher kreierten so berufliche Szenen, die die Kinder mit staunenden Augen und vielen Fragen begleiteten.
Parallel dazu überlegte sich jede Gruppe berufsspezifische Spiele, die von den Kindern am Faschingsfest liebend gerne ausprobiert wurden. Im ganzen Haus wurde nicht nur gelacht und getanzt, gesungen und gegessen. Die Kinder waren mit Freude dabei, alle Spiele auszuprobieren.

In der Roten Gruppe gab es die Feuerwehr. Die Erzieher waren in voller Montur damit beschäftigt, den imaginären Brand mit Hilfe der Kinder zu löschen. Blaue Wasserbälle wurden von den Kindern gegen das Feuer (Dosen) geworfen. Das war ein Trubel!

Die gelbe Gruppe symbolisierte durch die Erzieher gleich zwei Berufe. Es gab den Schornsteinfeger und einen Koch! Gespielt wurde hier mit Feingefühl, welches die Kinder brauchten, um in einer Fühlkiste zu erraten, welches Symbol zu einem Beruf passt. (Kochlöffel für den Koch).

In der grünen Gruppe war es verfänglich, denn dort waren mehrere Netze gespannt. Ein blaues Tuch auf dem Boden glich einem Teich, in dem viele bunte Fische lagen. Hier sollten die Kinder zu Fischern werden und geschickt einen guten Fang an Land ziehen.
Frau Schrader und Frau Börsch organisierten einen „Zug“ zur Regenbogengruppe, in den die Kinder einsteigen konnten. Dort brauchten die Kinder ihre Ohren. Sie mussten anhand eines Geräusches herausfinden, zu welchem Beruf es passt und anschließend das entsprechende Symbol in der Gruppe finden. (Schnippeln der Schere / Friseur).

Müll, den wir in unserem Alltag ja reichlich produzieren, fanden die Kinder in der blauen Gruppe. „Komisch, da liegt ja nur Müll“, so ein Kind. Aber dann wurde es spannend. Das Müllmonster hatte einen großen Müllberg hinterlassen, den die Kinder nun in verschiedene Behälter sortieren sollten. Verschiedenste Verpackungen, Tuben, Plastikschalen usw. begleiten uns durch den Alltag. So auch täglich in unserer Kita! Ich frage mich öfter, warum wir immer wieder darauf reinfallen und Dinge für unsere Kinder kaufen, deren Nutzwert fragwürdig ist und außerdem Müll produziert. Schmeckt ein klitzekleiner aufgerollter Käse in buntem Plastik verpackt, besser als ein Käsewürfel vom Stück mit Weintraube? Oder das Miniwürstchen, auch dieses in Plastik verpackt und vom Kind nicht zu öffnen! Schmeckt es den Kindern besser, nur weil es niedlich, mit Comicfiguren bunt verpackt auf dem Teller liegt? Ist es nicht schlauer, den täglichen Versuchungen bewusst zu widerstehen, nur weil die Industrie uns in eine Falle lockt und es unserer Bequemlichkeit dient? Ich werde nachdenklich, wenn Kinder ihre Eltern aufmerksam machen und manchmal umweltbewusster reagieren, als mancher Erwachsene. Dabei werden wir täglich konfrontiert durch die Presse, die uns mit sehr düsteren Meldungen bzgl. Unserer verschmutzten Meere und Umwelt aufmerksam macht. Allein der Gedanke an unsere Kinder und deren Zukunft sollte uns doch sensibel und nachdenklich machen. Helfen wir doch alle mit, im Kleinen, täglich zu Hause und hier in der Kita! Werden Sie, liebe Eltern doch kreativ und erfinden Sie ein ansprechendes gesundes Frühstück für ihr Kind, ohne Müll!
Das haben einige Eltern schon bewiesen, denn wir bekamen von ihnen so lustige und appetitanregende Bufettbeiträge, wie das Gurkenkrokodil oder einen Birnen-Käse-Igel!
Herzlichen Dank!
SABINE HINTZ



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