Unsere Kirche

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Hier haben wir einige Informationen zu unserer Kirche zusammengestellt. Ein Teil davon kann auch als Faltblatt durch Klick auf „pdf“ heruntergeladen werden. Diese Faltblätter liegen auch im linken Eingangsbereich der Kirche zur Mitnahme aus.

Geschichte der Wohltorfer Kirche

Foto: vergoldetes Kreuz auf der Kirchturmspitze
vergoldetes Kreuz auf der Kirchturmspitze

Das Dorf Wohltorf, vermutlich zwischen 1280 und 1290 auf Lauenburger Gebiet gegründet, wurde 1308 zum ersten Mal urkundlich erwähnt, als die Brüder Lasbek dem 1253 in Reinbek (Holstein) gegründeten Kloster der Zisterzienserinnen „drei Hufen Land samt Häusern und Gehöften in Wohltorf“ verkauft haben.

Die kleine Kapelle des Klosters war für öffent­liche Gemeindegottesdienste nicht geeignet, deshalb wurde Wohltorf kirchlich Bergedorf zuge­ordnet, das bis 1420 zu Lauenburg gehörte. Die südlich des Mühlenteiches in Wentorf gelegene Straße bzw. der Wanderweg mit dem Namen „Wohltorfer Kirchensteig“ erinnert noch heute an die Zeit, als die Wohltorfer Sonntag für Sonntag zum Gottesdienst nach Bergedorf wanderten.

Nachdem Bergedorf in den Besitz der Hanse­städte Hamburg und Lübeck gelangte, kam es zu Spannungen zwischen den Städten und dem Herzogtum Lauenburg. Davon blieb die kirchliche Regelung der im Lauenburgischen gelegenen Klosterdörfer nicht unberührt.

1528 wurde das Kloster in Reinbek als Folge der Reformation (1517) säkularisiert. Der gesamte Besitz – und damit auch die im Lauenburgischen gelegenen 8 Klosterdörfer – wurden an König Friedrich I von Dänemark verkauft. Nach einem Rechtsstreit 1548 gelangten diese Dörfer ein­ schließlich Wohltorf unter die Herrschaft von Her­zog Magnus von Lauenburg.

Die kirchliche Neuordnung von 1598 zwang die Wohltorfer von nun an zum Kirchgang in das wei­ter entfernte Hohenhorn. All denen, die sich die­ ser Anordnung widersetzten, drohten hohe Stra­fen. So gingen über 300 Jahre lang (bis 1909) Generationen von Wohltorfern jeden Sonn­- und Feiertag den beschwerlichen Weg von ca. 2 Stunden quer durch den Sachsenwald zur Kirche von Hohenhorn. Als „Kirchensteig“ ist der Weg auf den Landkarten eingezeichnet. Seit Himmel­fahrt 1979 wandern deshalb Mitglieder der Wohltorfer Kirchengemeinde an diesem Feiertag auf dem alten Kirchensteig zur ehemaligen Mut­terkirche, um mit den anderen ehemals zu Hohenhorn gehörenden „Klosterdörfern“ den Gottesdienst zu feiern.

1909 erhielt unsere Nachbargemeinde Aumühle – die bis dahin zur Kirchengemeinde Brunstorf gehörte – die Genehmigung, eine eigene Kirche zu bauen, zu der dann auch Wohltorf gehören sollte. Obwohl die Wohltorfer gegen die Abtren­nung von Hohenhorn stimmten, erfolgte auf Anordnung der Landeskirche Kiel die Bildung der Kirchengemeinde Aumühle – Friedrichsruh – Wohltorf. Die Gottesdienste wurden fortan in der Gruftkapelle in Friedrichsruh abgehalten.

Pastor Gieseke war der erste gemeinsame Pastor, jede Gemeinde wählte jedoch eigene Kir­chenvertreter.

Die Wohltorfer widersetzten sich dem Plan, eine Kirche für beide Gemeinden zu bauen. Sie ver­folgten hartnäckig das Ziel, eine eigenständige Kirchengemeinde zu werden, weil der Ort, wie Aumühle auch, durch den Bau einer Landhaus­siedlung von Jahr zu Jahr gewachsen war. Es gründete sich ein eigener Kirchenbauverein.

Am 1. April 1928 wurde der 1927 eingereichte Antrag auf Bildung einer selbständigen Gemeinde von der Kirchenleitung genehmigt. Der Friedhof sollte aber auch künftig gemeinsam genutzt werden.

Foto: Ansicht der Kirche nach der Fertigstellung 1930
Ansicht der Kirche nach der Fertigstellung 1930

Von 1928 bis 1930 fanden die Gottesdienste in der alten Schule (Dorfstraße) statt. Am 30. März 1930 konnte dann unsere „Heilig-Geist-Kirche“ auf dem höchsten Punkt der Gemeinde Wohltorf – von nun an dem „Kirchberg“ – geweiht werden.

Foto: aktuelle Ansicht der Kirche (2004)
aktuelle Ansicht der Kirche (2004)

Am 14. Juli 1950 zerstörte ein Brand große Bereiche der Kirche. Während die wichtigsten Teile der Inneneinrichtung unversehrt gerettet werden konnten, beschädigten Flammen und Rauch das an Ketten hängende vom Bildhauer Walter von Ruckteschell aus hellem Holz geschaffene Altarkreuz. Es wurde nur wenig restauriert und hängt seitdem als dunkles Kreuz auf der hellen Wand über dem Altar. Die Hitze des Feuers und das Löschwasser zerstörten die Orgel.

Die neue Orgel stammt aus der Werkstatt des Orgelbauers Rudolf von Beckerath.

Beim Wiederaufbau nach einem Entwurf des Architekten Langmaack wurde die Kirche erwei­tert, dabei innen und außen stark verändert. Aus der „Trutzburg“ wurde ein schlichter Rechteck­bau mit Satteldach und dominierendem Turm. Ganz oben überstrahlt das goldene Kreuz auf der Erdkugel aber immer noch die inzwischen hoch gewachsenen Bäume des Billetales.

Zu den Gottesdiensten in die Heilig­-Geist­-Kirche rief zunächst nur eine Glocke. Im Jahre 1951 gelang es, über die Glockenstelle in Hamburg zusätzlich eine alte Glocke (Baujahr 1597) aus Friedersdorf / Schlesien zu erhalten. 1954 kaufte die Kirchengemeinde in Lübeck eine dritte Glocke, die Weihnachten 1954 zum ersten Mal mitläutete.

Auf Beschluss der Kirchengemeinde und mit Zustimmung der beteiligten Kirchenkreise Herzogtum Lauenburg und Stormarn wurde 1979 der Reinbeker Stadtteil „Krabbenkamp“ der Kirchengemeinde Wohltorf zugeordnet Seitdem gehören ca. 1800 evangelische Christen zur Heilig­-Geist­-Kirche Wohltorf.

1959 wurde der erste evangelische Kindergarten in Wohltorf am „Alten Knick“ im Bereich der Grundschule eingeweiht.

1967 kam ein zweiter mitten in einem Neubau­gebiet am Querkamp hinzu. Dieser wurde 2006 geschlossen und durch einen erweiterten Neu­bau mit Krippenplätzen am „Alten Knick“ ersetzt. Die gesteigerte Nachfrage nach Kinderbetreu­ungsplätzen durch den Zuzug von jungen Fami­lien in Wohltorf und im Krabbenkamp ließ hier in engem Bezug zur Grundschule Wohltorf ein vor­ bildliches „Pädagogisches Zentrum“ entstehen.

Foto: Luftaufnahme des Gemeindehauses
Luftaufnahme des Gemeindehauses

Auf dem Kirchberg baute man 1963 das große Gemeindehaus mit Wohnungen für den Organis­ten und den Küster. 1999 wurde dieses Gebäude z.T. neu aufgeteilt und gründlich renoviert.

Zum ersten Pastor in Wohltorf wurde 1928 Rein­hard Schröder berufen. Er wirkte bis zu seinem Ruhestand 1972 für 44 Jahre in unserer Gemeinde. Es folgten die Pastoren Dierk Blohm bis 1979, Klaus Zimmermann bis 1989 und Erich Zschau von 1989 bis 2005. Von 2006 bis Juli 2008 teilten sich das Ehepaar Kirsten und Jörg Rasmussen die Pastorenstelle. Nach über einjähriger Vakanzvertretung durch Pastor Jörg Giesen übernimmt zum September 2009 Pastor Reinhard Stender die Gemeinde. Seit Anfang 2016 ist René Enzenauer unser Pastor.

Mit der Einstellung von Hilde Preibisch als Orga­nistin im April 1939 (bis 1979) begann die bis heute professionell fortgeführte Tradition der Wohltorfer Kirchenmusik. Nach Beate Schiebe und Renate Roß folgte 1984 Werner Stips. Im Juli 1995 übernahm Andrea Wiese das Amt der Kantorin in der Heilig­-Geist­-Kirche.


Ausstattung der Wohltorfer Kirche

Im Jahr 1930 gebaut, zerstörte am 14. Juli 1950 ein Brand große Bereiche der Kirche und der Ausstattung. Beim Wiederaufbau nach einem Entwurf des Architekten Langmaack wurde die Kirche erweitert, dabei innen und außen stark verändert.

1930 2004

Auch die Ausstattung musste teilweise erneuert werden, sie stellt sich heute wie folgt dar:

Eingang

Nach Öffnung der schweren Eingangstüren empfangen den Besucher die mahnenden Worte, eingemeißelt über dem Eingang in das Kirchenschiff:

Inschrift: O LAND, LAND, LAND, HÖRE DES HERRN WORT.

Altarbereich

Bei der Weihung der Kirche bestanden die Prinzipalstücke wie Altar und Kanzel aus Holz, von der Balkendecke hing an Ketten das von dem Bildhauer Walter von Ruckteschell geschaffene ehemals helle Holzkreuz. Auf dem Altar standen zwei große Bronzeengel desselben Künstlers. Diese Altarbestandteile konnten vor dem Feuer gerettet werden, waren aber z. T. stark beschädigt.

1930 2004

1965 fand eine Neugestaltung des Altarraumes statt. Altar, Kanzel und Taufsäule aus Sandstein schmücken jetzt diesen Raum. Vier oder sechs Bronzeleuchter stehen auf dem Altar, eingerahmt von den beiden Engeln. Die Taufschale korrespondiert mit ihrer schlichten Form mit diesem Ensemble.

Altarkreuz

Durch den Kirchenbrand 1950 wurde das Holzkreuz bis zu einer Tiefe von 10 mm verkohlt. Es konnte nur wenig restauriert werden und hängt seit 1978 fest als dunkles Kreuz auf der hellen Wand über dem Altar.

Durch die im Jahr 2000 gespendete Punktbeleuchtung wird die vorher düstere, ja bedrohliche Ausstrahlung des Kreuzes gemildert. So wird die Absicht des Bildhauers wieder annähernd verdeutlicht, über den leidenden Christus hinaus den Auferstandenen darzustellen. Denn Jesus trägt nicht mehr die Dornenkrone, sondern bereits die Krone des Weltenrichters. Auch steht anstelle der historisch korrekten Inschrift: „Jesus von Nazareth, König der Juden“ der Trost aus dem 1. Korintherbrief: „Die Liebe höret nimmer auf“.

An den Enden des Kreuzes sind die Symbole für die vier Apostel eingearbeitet:

Oben über der Inschrift erinnert der Adler für Johannes
Am linken Querbalken erinnert ein Engel – ein Mensch mit Flügeln – an Matthäus. Rechts erinnert der Löwe an den Apostel Markus.
Unten erinnert der geflügelte Stier des Lukas. Darüber das Trigramm: IHS – eine oft benutzte griechische Abkürzung für „Jesus“

 

Altarengel

Die beiden schweren Altarengel aus Bronze wurden von Walter von Ruckteschell in Anlehnung an den Jugendstil geschaffen. Sie sollten mit dem Kreuz ein Gesamtkunstwerk bilden. Besonders deutlich wird dies durch die aufwärts zum Kreuz gerichteten Blicke der Engelsgesichter.

Mosaikfenster

Es ist nicht zu übersehen, dass bei der Ausgestaltung der Ursprungskirche die Symbole an den Enden des Kreuzes mit den außen erscheinenden Mosaikfenstern eine Einheit bilden sollten.

Einige dieser Mosaikfenster konnten bei dem Brand gerettet werden und wurden bei der Restaurierung der Kirche an herausragender Stelle wieder eingebaut. Sie sind jetzt an zwei Plätzen in der Kirche zu finden: An der Rückwand des Kirchenschiffes sowie im Saal über dem Kircheneingang. Dargestellt sind die Apostel Johannes, Markus und Lukas mit ihren entsprechenden Tiersymbolen, die mit den geschnitzten Symbolen an den Enden des großen Kreuzes korrespondieren.

     
Lukas – Stier (Saal) Johannes – Adler (Saal) Lukas (Saal)
   
Johannes (Kirchenschiff) Markus (Kirchenschiff)

Es ist anzunehmen, dass Mosaikfenster mit Darstellung aller vier Apostel existiert haben, diese jedoch durch den Brand zerstört wurden.

Zwei weitere Mosaikfenster wurden bei der Erneuerung der Sakristei 1966 dort eingebaut. Es ist eine Arbeit der finnischen Künstlerin Akola und soll zur Meditation über das Thema „Schöpfung und Heiligung“ anregen.

   
Schöpfung Heiligung
Orgel

Feuer und Löschwasser hatten die ursprüngliche Orgel sehr stark beschädigt. 1951 wurde sie von der Orgelbaufirma Rudolf v. Beckerath renoviert und mit 21 Registern ausgestattet.

1990 musste sie komplett gereinigt werden, dabei wurden zwei alte Register aus dem Jahr 1930 ersetzt durch eine 4` Trompete und einen Bass. Eine erneute Überholung durch die Firma Erbslöh erfolgte 2003. Mit Hilfe einer großzügigen Spende konnte das Hauptwerk 2007 um ein 8` Trompetenregister ergänzt werden.

Im Februar 2009 konnte mit Hilfe von Spenden eine kompakte Truhenorgel mit einem Gehäuse aus massiver Eiche der niederländischen Orgelbaufirma Elbertse angeschafft werden. In vier Registern erklingen 180 Pfeifen zur Begleitung von Proben und Konzerten in der Kirche.

Glocken

Zu den Gottesdiensten in die Wohltorfer Kirche rief zunächst nur eine Glocke; als Martin-Luther-Glocke mit der Inschrift: Vom Himmel hoch, da komm ich her… ist sie die kleinste.

Im Jahre 1951 gelang es, über die Glockenstelle in Hamburg eine alte Glocke aus der evangelischen Kirche in Friedersdorf / Kreis Strehlen (Schlesien) zu erhalten. Sie hat die Inschrift: gegossen 1597 im Kloster in Strehlen. 1954 kaufte die Kirchengemeinde Wohltorf in Lübeck eine dritte Glocke. Da sie zu Weihnachten geweiht wurde, bekam sie den Namen „Weihnachtsglocke“. Sie hat die Inschrift: Jesus Christus: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Mit dem tiefsten Ton gibt sie das Fundament für den harmonischen Klang der Töne f, as und b.

     
1930 1951 (gegossen 1597) 1954

Mögen die Glocken noch viele Besucher zu den Gottesdiensten, zu den Kirchenmusiken oder zur stillen Einkehr einladen.

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