Kolumne April 2025

Wir, der Wohltorfer Kirchengemeinderat,
laden am Sonntag,
den 30.03.2025, um 13:30 Uhr
zu einer Gemeindeversammlung
in unsere Kirche ein.

Wesentlicher Tagesordnungspunkt wird die angestrebte Fusion unserer Kirchengemeinde mit der Kirchengemeinde Aumühle sein. Sollten Sie diesen Artikel vorher lesen, kommen Sie doch einfach vorbei. Wenn er Sie später erreicht, fühlen Sie sich hoffentlich durch die folgenden Ausführungen gut informiert.

Auf dem Weg zu einer Fusion zweier Kirchengemeinden ist eine Gemeindeversammlung ein entscheidender Schritt: Laut Kirchengemeindeordnung ist die Gemeindeversammlung anzuhören, bevor ein Kirchengemeinderat über einen Zusammenschluss entscheiden kann. Der Austausch mit den Mitgliedern unserer Kirchengemeinde ist für uns aber nicht nur eine rechtliche Voraussetzung, sondern ist uns als Kirchengemeinderat ein großes und wichtiges Anliegen.

Wir haben in den letzten Monaten viele Gespräche geführt und in der letzten Gemeindeversammlung sowie hier im Sachsenwalder regelmäßig über den jeweiligen Stand der Fusionsgespräche berichtet. Nun stehen mit Gemeindeversammlung und Fusionsbeschluss des Kirchengemeinderats wichtige Meilensteine an. Im Rahmen der Gemeindeversammlung wollen wir über unsere Überlegungen berichten, warum wir eine Fusion mit Aumühle für den richtigen Schritt halten. Und wir sind sehr interessiert zu hören, ob es noch Fragen und Anregungen gibt, die wir beantworten und aufnehmen können.

Im Folgenden fasse ich einige wesentliche Aspekte nochmals zusammen:

Ausgangspunkt aller Überlegungen bleibt der schon vor einigen Jahren von den Kirchenverwaltungen erwartete Rückgang des Kirchensteueraufkommens. Dies hat für uns als Kirchengemeinde zwei wesentliche Konsequenzen:

Zum einen sinken die jährlichen finanziellen Zuweisungen aus dem Kirchenkreis schon heute deutlich, welche die wesentliche Einnahmequelle einer Kirchengemeinde sind. Der absehbare weitere Rückgang dieser Zuweisungen wird es Gemeinden wie Wohltorf und Aumühle nicht ermöglichen, Jahr für Jahr ausgeglichene Haushalte aufzustellen – ein Umstand, der das Fortbestehen unserer Gemeinde konkret bedroht.

Zum Zweiten möchte der Kirchenkreis die Pfarrstellen nach derzeitiger Planung auch in der Kirchenregion Sachsenwald in den kommenden Jahren schrittweise von derzeit 6 auf 4 im Jahr 2030 reduzieren.

Manch einer hätte sich vielleicht eine andere Entwicklung gewünscht, und alles beim Alten zu belassen, erscheint oftmals als eine einfachere Option. Angesichts des offensichtlichen Wandels von Kirche in unserer Zeit ist das Nichtstun für uns allerdings keine Option, sondern in uns ist die Überzeugung gewachsen, dass nur mutige und rechtzeitige Schritte der Veränderung unsere Kirche vor Ort für die Zukunft richtig aufstellen.

Auf diesem Weg ist der Zusammenschluss mit Aumühle aus Sicht unseres Kirchengemeinderats der richtige nächste Schritt.

Die Schaffung größerer Einheiten durch den Zusammenschluss von Gemeinden dient dem Ziel, pastorale Versorgung und kirchliches Leben auch bei sinkenden Einnahmen in ihrem Kern zu bewahren. Es ist unsere Absicht, Pastor Enzenauer durch vereinfachte Strukturen zu entlasten, um Freiräume für Seelsorge und pastorale Arbeit zu bewahren.

Auch für unsere Kirchenmusikdirektorin Andrea Wiese sind die Entwicklungen von Bedeutung. Gemeinsam mit dem Kirchenkreis hat Andrea Wiese ein Konzept zur Zukunft ihrer Arbeit am Sachsenwald ausgearbeitet, welches sich in der Abstimmung im Kirchenkreis befindet und am 30.03.2025 präsentiert werden soll.

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Es ist den Beteiligten gelungen, die Veränderungen als Chance zu begreifen und eine Idee auszuarbeiten, die die für unsere Gemeinden so wichtige Kirchenmusik in Wohltorf und Aumühle weiterleben lässt.

Für den Bauausschuss würden die arbeitsreichen Projekte im Falle eines Zusammengehens nicht weniger. Nach der Renovierung von Pastorat und dem Neubau von Kita mit Gemeindesaal würde eine neue Gemeinde ein deutlich vergrößertes Immobilienportfolio im Eigentum halten. Es wird eine gemeinsame Aufgabe sein, eine Gebäudestrategie zu entwickeln, in deren Mittelpunkt auch der Erhalt der beiden Kirchen stehen soll.

Für die Gemeindearbeit im Übrigen wird ein Zusammenschluss zunächst vergleichsweise wenig Veränderungen mit sich bringen. Vieles, wie die Seniorenarbeit und die Jugendarbeit, wird wie gewohnt fortgesetzt, zumal wichtige Elemente wie der Konfirmandenunterricht und das Bauwagenprojekt bereits erfolgreiche Gemeinschaftsprojekte mit Aumühle sind.

Wichtig ist uns als Wohltorfer Kirchengemeinderat zu betonen, dass die bisherigen Gespräche mit dem Aumühler Kirchengemeinderat ausnahmslos konstruktiv und vertrauensvoll waren, sodass sich die Beteiligten auf ein gutes Miteinander auf Augenhöhe freuen. Auch die Kirchengemeinde Aumühle wird am gleichen Tag eine Gemeindeversammlung abhalten, mit dem Ziel, die beiden Kirchengemeinden zum 1. Januar 2026 zu fusionieren.

Wir wissen, dass Veränderungen für unsere Gemeindemitglieder immer auch Neues und Ungewohntes bedeuten. Wir sind aber überzeugt, in der gegebenen Situation das Richtige zu tun, und freuen uns auf ein Miteinander in einer neuen, vergrößerten Gemeinde.

Der KGR Wohltorf freut sich auf den Austausch mit Ihnen – am 30.03. bei der Gemeindeversammlung oder im persönlichen Gespräch.

Herzliche Grüße!
Henning v. Stechow