Geschichte der Bismarck-Gedächtniskirche Aumühle
Geschichte der Gemeinde Wohltorf-Aumühle
Die Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle ist zum 1. Januar 2026 durch die Fusionen der Kirchengemeinde Aumühle und Wohltorf entstanden, die ihrerseits auf eine mehr als hundertjährige Geschichte zurückblicken können. Über Jahrhunderte war der westliche Rand des Sachsenwaldes nur dünn besiedelt, so dass die Siedlung Aumühle zum Kirchspiel Brunstorf und das Bauerndorf Wohltorf zum Kirchspiel Hohenhorn gehörte.. Die Kirchengemeinde Aumühle entstand 1910, nachdem sich die kleine Ansiedlung am Rand des Sachsenwalds zu einem Villenvorort von Hamburg entwickelt hatte. Bis dahin gehörte Aumühle zur Kirchengemeinde Brunstorf. 1911 überließ die Fürstlich von Bismarcksche Fidei-Commiss-Herrschaft der Kirchengemeinde unentgeltlich eine 1,8 Hektar große Waldfläche zur Nutzung als Friedhof.
Aumühle: Bauplanung
Die Gottesdienste fanden zunächst in der Gruftkapelle der Familie von Bismarck in Friedrichsruh und gelegentlich auch in der Schule statt. Von Anfang an gab es jedoch Überlegungen zum Bau einer eigenen Kirche, doch der Erste Weltkrieges und die Inflation in den 1920er Jahren verhinderten die Umsetzung der Pläne. Erst Ende der zwanziger Jahre nahmen die Baupläne wieder Gestalt an, nachdem die Familie von Bismarck der Kirchengemeinde Grund und Boden im Sachsenwald zur Verfügung gestellt hatte. Die für den Kirchenbau nötigen Geldmittel wurden größtenteils durch Spenden von Kaufleuten mit Auslandsbeziehungen und von Auslandsdeutschen in Übersee zur Verfügung gestellt. Am 30. Juli 1928, dem 30. Todestag Fürst Otto von Bismarcks, erfolgte schließlich die Grundsteinlegung für die Bismarck-Gedächtniskirche, die zwei Jahre später auf den Tag genau eingeweiht wurde.
Baustil und Entwicklung
Die Kirche wurde nach einem Entwurf der Hamburger Architekten Heinrich Bomhoff und Hermann Schöne als Rundbau im expressionistischen Stil erbaut. Ursprünglich wurde die Decke des Kirchraums durch eine Mittelsäule getragen. Aufgrund dieser Konstruktionsweise gab es keinen Mittelgang, und die Sitzbänke waren durch zwei Gänge getrennt fächerförmig zum Altar hin ausgerichtet.
Diese Gestaltung des Kirchenraums wirkte sich im Gottesdienstgeschehen jedoch nachteilig aus, so dass in den Jahren 1966 bis 1967 unter Federführung des Hamburger Architekten Friedrich Grundmann ein Umbau erfolgte, bei dem die als störend empfundene Mittelsäule durch zwei unauffällige an den Seiten platzierten Stahlsäulen ersetzt wurde. Dadurch entstand der für Trauungen und Beerdigungen benötigte Mittelgang und es wurde eine Sichtachse zum in die Mitte gerückten Altar geschaffen.
Weil die Umsetzung des vorhandenen Altars nicht möglich war, wurde der Bildhauer Hans Kock mit der Gestaltung eines neuen Altars aus weiß gefärbtem Beton und eines Taufbeckens aus demselben Material beauftragt. Der frühere Altarraum wurde als Taufkapelle gestaltet und mit einem Triptychon in Senkemaille-Technik von der Benediktinerin Lioba Munz aus der Abtei St. Maria zu Fulda ausgeschmückt. Die von dem Hamburger Künstler John Nickelsen gestalteten bleiverglasten Fenster, die in abstrahierter Form die zwölf Apostel zeigen sowie die Lutherrose und das Bismarcksche Familienwappen zeigen, stammen aus der Erbauungszeit der Kirche.

Dreimanualige Beckerath-Orgel
Die ursprüngliche Orgel wurde 1962 durch eine Beckerath-Orgel ersetzt, die heute dreimanualig nach einigen Umbauten; zu den besonders herausragenden Instrumenten zählt. Dieses Instrument trägt zusammen mit der guten Akustik der Kirche dazu bei, dass die Kirchenmusik ein aktiver und fester Bestandteil der Gemeindearbeit ist.

Bismarck-Gedächtniskirche
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