Kolumne April 2026

Moin, liebe Gemeinde!

Frühlingserwachen und Ostern – die beste Zeit für einen Pastor, um in einer neuen Gemeinde anzufangen.

Mein Name ist Tobias Knöller, ich bin 41 Jahre alt und komme ursprünglich aus Gettorf im Dänischen Wohld. Dort prägten mich die Bodenständigkeit der Menschen und ihre Wertschätzung gegenüber der Gemeinde vor Ort. Schon früh war mir klar: Auch ich will einmal für die Kirche arbeiten. Um aber die Nerven meiner Eltern zu schonen, lernte ich zunächst etwas Anständiges und wurde Automobilkaufmann.

Mein großes Interesse an Gott und den Menschen führte mich dann zum Studium der Religionspädagogik nach Moritzburg bei Dresden. Es folgten viele schöne Jahre als Gemeindediakon und Schulseelsorger im Norden Hamburgs sowie als Bildungsreferent in unserem Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg.

In dieser Zeit reifte mein Entschluss, Pastor zu werden. Ich begann ein theologisches Studium in Greifswald und wurde Vikar an der Lübecker St.-Aegidien-Kirche. Meinen Probedienst absolvierte ich anschließend in der Kirchengemeinde Breitenfelde bei Mölln.

Zusammen mit meinem Ehemann, der übrigens auch Tobias heißt, führt mich der Weg nun zu Ihnen und Euch in den schönen Sachsenwald – in eine fusionierte Kirchengemeinde mit einem bunten evangelischen Leben. Nach meinen ersten Eindrücken bin ich mir sicher, dass ich hier als Pastor und auch privat eine Heimat finden kann: mit Freundschaft, Unterstützung und dem Gefühl, in der Gemeinschaft gut aufgehoben zu sein.

Ein Pastor kann vieles, aber nicht alles – und er ist auch nicht der Leithammel seiner Schäfchen. Unsere Kirche lebt von der Gemeinschaft vieler engagierter Menschen. Deshalb möchte ich besonders ehrenamtliche Mitarbeitende ermutigen und gewinnen, damit wir unser vielfältiges Gemeindeleben gestalten und erhalten.

Meine größte Freude ist die Feier des Gottesdienstes. Besonders schön ist es, wenn viele daran beteiligt sind: Chöre, Lektorinnen und Lektoren, Prädikanten, Konfis, Mitglieder des Kirchengemeinderats und viele andere. Altbewährtes und neue Formen sind für mich kein Gegensatz – Hauptsache, unsere Gottesdienste tun den Menschen gut. Am liebsten wäre mir, wenn man sagen könnte: Geh in Aumühle und Wohltorf in die Kirche – da kommst du zwei bis drei Zentimeter größer heraus, als du hineingegangen bist. Die Liebe zur Liturgie und zum Abendmahl ist mir ebenso wichtig wie gut gemachte Predigten: ansprechend, bewegend und auf keinen Fall langweilig.

In den ersten Monaten möchte ich viele Menschen kennenlernen und Besuche machen. Vielleicht kennen Sie den Witz: Was ist der Unterschied zwischen einem Pastor und Salzsäure? Es gibt keinen – beides frisst sich durch. Aber keine Sorge: Manchmal bringe ich auch etwas Selbstgebackenes mit. Denn die Seelsorge liegt mir sehr am Herzen. Bitte lassen Sie, lasst Ihr es mich wissen, wenn ich Sie und Euch im Krankenhaus, im Pflegeheim oder zu Hause besuchen darf.

Unsere Gemeindearbeit soll Menschen in allen Lebensphasen erreichen. Besonders Jugendliche sollen in der Kirche Freude haben und erleben, dass ihnen Verantwortung zugetraut wird.

Auch wenn unsere Kirche vor großen Herausforderungen steht, glaube ich fest an ihre Zukunft. Eine ältere Dame sagte einmal zu mir: Wer zu viel jammert, bekommt keinen Besuch mehr. Vielleicht gilt das ja auch für uns als Kirche.

Wie es mit uns, dieser Welt und unserer Gemeinde weitergeht, wissen wir nicht. Doch ich glaube: Neues kann wachsen und Altes zusammenfinden. Gott hat noch viel mit uns vor. Unsere Gemeinschaft kann eine Kraftquelle sein, aus der Hoffnung wächst.

In diesem Sinne freue ich mich auf viele schöne Begegnungen und Gottesdienste mit Ihnen und Euch.

Bis hoffentlich ganz bald!

Ihr und Euer
Pastor Tobias Knöller

Vorstellung

Tobias Knöller