Rückblick Gemeinde-Versammlung 02/2026

Am 12. Februar 2026 fand im Saal Kirchberg Wohltorf eine Gemeindeversammlung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Wohltorf-Aumühle statt. Rund zweieinhalb Stunden lang informierten der hiesige Kirchengemeinderat und Vertreter des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg über die aktuelle finanzielle Situation der fusionierten Gemeinde und über notwendige Schritte zur Stabilisierung des Haushalts.

Finanzielle Lage der Gemeinde

Zu Beginn stellte der Kirchengemeinderat die aktuelle Haushaltslage vor. Die Gemeinde steht derzeit vor einem strukturellen Defizit.

  • Einnahmen: ca. 405.000 €

  • Ausgaben: ca. 485.000 €

  • Defizit: ca. 80.000 €

Für das Jahr 2027 wird ein Defizit von rund 94.000 € prognostiziert. Die jährlichen Zuweisungen des Kirchenkreises an die Kirchengemeinde pro Gemeindemitglied betragen zur Zeit 39,90 €, mit weiter sinkender Tendenz.

Ziel des Kirchengemeinderates ist es, bis spätestens Ende 2026 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Sollte dies nicht gelingen, könnte die Kirchengemeinde unter die Verwaltung des Kirchenkreises gestellt werden. In diesem Fall würden wichtige Entscheidungen – etwa über Gebäude oder Nutzung von Räumen – nicht mehr vor Ort getroffen.

Gebäude als großer Kostenfaktor

Ein Schwerpunkt der Informationen betraf die Gebäude der Gemeinde. Der Gebäudebestand verursacht erhebliche laufende Kosten. Insgesamt wurde deutlich, dass die vorhandenen Immobilien nicht mehr zur aktuellen Mitgliederzahl und Finanzstruktur der Gemeinde passen.

Besonders erläutert wurde die Situation des Aumühler Gemeindehauses aufgrund des großen jährlichen Defizits, das es verursacht:

  • Jährliches Defizit: ca. 45.000 €

  • Heizkosten: ca. 25.000 € pro Jahr

  • Möglicher Sanierungsbedarf: 750.000 € bis 1,5 Mio. €

Der Kirchengemeinderat hat deshalb beschlossen, das Gemeindehaus ab 1. April 2026 betriebskostenneutral zu führen. Vorgesehen sind unter anderem ein Nutzungsentgelt für alle Gruppen.

Blick des Kirchenkreises

Propst Graffam ordnete die Situation aus Sicht des Kirchenkreises ein. Auch dort seien Sparmaßnahmen notwendig. In der Regel werde versucht, Personal und kirchliche Arbeit zu sichern, während Gebäude eher aufgegeben oder verändert genutzt würden.

Er ermutigte die Gemeinde, bei zukünftigen Entscheidungen den Schwerpunkt auf die Menschen und das Gemeindeleben zu legen.

Diskussion und Beiträge aus der Gemeinde

Im anschließenden Austausch meldeten sich zahlreiche Gemeindemitglieder zu Wort. Neben Nachfragen zur finanziellen Situation wurden auch Erfahrungen aus verschiedenen Gemeindegruppen geschildert, etwa aus der ehrenamtlichen Seniorenarbeit sowie aus der Jugend- und Konfirmandenarbeit.

Vertreterinnen und Vertreter der Kirchenmusik betonten insbesondere:

  • die Bedeutung des Aumühler Gemeindehauses für Proben und Begegnung

  • die emotionale Verbundenheit vieler Beteiligter mit dem Gemeindehaus Aumühle

  • die Bereitschaft zu Spenden und ehrenamtlicher Unterstützung

Vorschläge und Fragen aus der Gemeinde

Im Verlauf der Versammlung wurden verschiedene Vorschläge und Fragen eingebracht. Dabei ging es unter anderem um mögliche Fundraising-Initiativen, eine stärkere Einbindung von Ehrenamt, energetische Konzepte sowie alternative Nutzungen von Gebäuden.

Auch wurde gefragt, ob der Verkauf anderer Immobilien zur Haushaltskonsolidierung beitragen könnte. Während der Versammlung nahm Herr Schlanert vom Dezernat Bau des Kirchenkreises dazu Stellung. Er erläuterte, dass bei einzelnen Immobilien rechtliche oder zweckgebundene Einschränkungen bestehen, die einen Verkauf erschweren oder ausschließen können.

Gemeinsames Ziel

Der Kirchengemeinderat betonte, dass die Diskussion um einzelne Gebäude immer Teil einer größeren Gesamtbetrachtung der Gemeindefinanzen ist. Ziel bleibt, die Gemeinde langfristig zu sichern und ihre Angebote an beiden Standorten zu erhalten.

Neue finanzielle Spielräume sollen vor allem der Arbeit mit Menschen und dem Gemeindeleben zugutekommen.

Nächste Schritte

Aus der Gemeinde wurde der Vorschlag eingebracht, eine Arbeitsgruppe zur Haushaltskonsolidierung zu bilden. Dort sollen Ideen gesammelt und geprüft werden, wie ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden kann.

Die Gemeindeversammlung schloss mit dem Aufruf, die Gemeinde beispielsweise durch einen Beitritt in einen der Fördervereine finanziell zu unterstützen. Außerdem wurde um Flexibilität bei der Nutzung der zur Verfügung stehenden Räume gebeten.

Die Versammlung endete um 22:15 Uhr mit einem gemeinsamen Gebet.